Covid-Impfung: lasche Aufarbeitung in der Schweiz

Ein Flippino musste bei der ersten Impfdosis wegen Angst vor Spritzen von zwei Soldaten festgehalten werden (M Joko Apriyo Putro / Wikimedia)

Während der Pandemie hab ich mich eine Zeitlang relativ brav an die Anordnungen der (italienischen) Behörden gehalten: Maske, Handschuhe, Desinfektionsmittel, Lockdown, Impfung usw. Die veröffentlichte Angst sass auch mir im Nacken. Nach dem ersten Booster kamen mir Zweifel. Auf eine ehrliche Aufarbeitung der politisch und medial angeheizten Krise warte ich noch immer, zum Beispiel in meiner alten Heimat.

Ich gestehe, dass ich nicht nur erleichtert war, als die ersten Covid-Impfungen zur Verfügung standen; ich hatte sogar lauthals dazu aufgerufen, sich impfen zu lassen, um andere und sich selber zu schützen. Ich hatte dabei Verständnis dafür, dass die Impfstoffe angesichts der pandemischen Lage in einem erheblich abgekürzten Eilverfahren zugelassen wurden.

Inzwischen wird auch mir immer klarer, dass wir alle an der Nase herum geführt worden sind. Die Impfung schützte im besten Fall einen selber vor einem schweren Verlauf, von einem Schutz der Mitmenschen konnte keine Rede sein. Der solidarische Gedanke, dessetwegen ich und viele andere sich impfen liessen, wurde schamlos missbraucht.


Ausweichende Antworten

Wenn ich heute höre, wie die Direktorin des schweizerischen Bundesamt für Gesundheit auf relativ kritische Fragen von Radio SRF antwortet [1], denke ich unwillkürlich an Schaumgummi. Die Zahl der dank Impfung angeblich Geretteten wird von ihr, allerdings auch vom Interviewer, grosszügig und ohne Quellenangabe hoch geschätzt, die Zahl der Impfgeschädigten hingegen kleingeredet.

Schlimmer noch: Die allermeisten, die vom Bund Hilfe für erlittene Impfschäden beantragten, wurden abgewimmelt. Der eigentliche Skandal dabei ist, dass die Geschädigten sich nicht an die Hersteller der Impfstoffe wenden können, weil die reiche Schweiz auf der Jagd nach möglichst vielen und frühzeitig gelieferten Impfdosen Kaufverträge abgeschlossen hat, die die Herstellerfirmen von der Haftung für mögliche Impfschäden befreiten. Man hab das halt einräumen müssen, um als kleines Land rechtzeitig genügend Impfstoffe zu erhalten.

Die Wahrheit ist, dass die USA die Impfstoffhersteller schon vor Jahrzehnten von der Haftung für Folgeschäden befreit hatten. Privatisierung der satten Gewinne, Sozialisierung der Kosten, wie gehabt. Zumindest im Falle der Schweiz werden die Kosten vom Impfschäden allerdings nicht sozialisiert, sondern individualisiert: zulasten von betroffenen Menschen, die sich auf die politisierte Wissenschaft verlassen hatten.


Schneidende Kritik

Es lohnt sich, sich nach Interview mit der Schweizer Gesundheitsdirektorin auch das Gespräch mit einem promovierten Virologen anzuhören [2], der lange als Toxikologe in der Pharmaindustrie für die Prüfung von Impfstoffen verantwortlich war. Die Kritik des inzwischen pensionierten Insiders Helmut Sterz am Verhalten von Industrie, Politik, Wissenschaft und der Mehrheit der Ärzte ist schneidend, nicht nur in Bezug auf die Impfung, sondern auch auf die zuvor angeordneten Massnahmen Leider wurde dieses Interview etwas ausufernd geführt, es dauert mehr als zwei Stunden; das Wesentliche erfährt man aber schon in der ersten Stunde. Zu lesen gibt es das alles auch in Sterz’ Buch über die Impf-Mafia [3]. Dass Sterz von der Bundestagsfraktion der mir enorm unsympathischen AfD als Sachverständiger eingeladen wurde, sollte man vielleicht weniger ihm als den übrigen Fraktionen zum Vorwurf machen.


Quellen:
[1] Radio SRF, Samstagrundschau, 09.05.2026: «Würden Sie wieder solche Impfverträge unterzeichnen, Frau Lévy?»
[2] {ungescripted}, 09.05.2026: «Impfen ist ein wunderbares Business-Modell»
[3] Helmut Sterz (2025): «Die Impf-Mafia», Rubikon-Verlag, 2025


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