
Während der Pandemie hab ich mich eine Zeitlang relativ brav an die Anordnungen der (italienischen) Behörden gehalten: Maske, Handschuhe, Desinfektionsmittel, Lockdown, Impfung usw. Die veröffentlichte Angst sass auch mir im Nacken. Nach dem ersten Booster kamen mir Zweifel. Auf eine ehrliche Aufarbeitung der politisch und medial angeheizten Krise warte ich noch immer, zum Beispiel in meiner alten Heimat.
Ich gestehe, dass ich nicht nur erleichtert war, als die ersten Covid-Impfungen zur Verfügung standen; ich hatte sogar lauthals dazu aufgerufen, sich impfen zu lassen, um andere und sich selber zu schützen. Ich hatte dabei Verständnis dafür, dass die Impfstoffe angesichts der pandemischen Lage in einem erheblich abgekürzten Eilverfahren zugelassen wurden.
Inzwischen wird auch mir immer klarer, dass wir alle an der Nase herum geführt worden sind. Die Impfung schützte im besten Fall einen selber vor einem schweren Verlauf, von einem Schutz der Mitmenschen konnte keine Rede sein. Der solidarische Gedanke, dessetwegen ich und viele andere sich impfen liessen, wurde schamlos missbraucht.
Ausweichende Antworten
Wenn ich heute höre, wie die Direktorin des schweizerischen Bundesamt für Gesundheit auf relativ kritische Fragen von Radio SRF antwortet [1], denke ich unwillkürlich an Schaumgummi. Die Zahl der dank Impfung angeblich Geretteten wird von ihr, allerdings auch vom Interviewer, grosszügig und ohne Quellenangabe hoch geschätzt, die Zahl der Impfgeschädigten hingegen kleingeredet.
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Schlimmer noch: Die allermeisten, die vom Bund Hilfe für erlittene Impfschäden beantragten, wurden abgewimmelt. Der eigentliche Skandal dabei ist, dass die Geschädigten sich nicht an die Hersteller der Impfstoffe wenden können, weil die reiche Schweiz auf der Jagd nach möglichst vielen und frühzeitig gelieferten Impfdosen Kaufverträge abgeschlossen hat, die die Herstellerfirmen von der Haftung für mögliche Impfschäden befreiten. Man hab das halt einräumen müssen, um als kleines Land rechtzeitig genügend Impfstoffe zu erhalten.
Die Wahrheit ist, dass die USA die Impfstoffhersteller schon vor Jahrzehnten von der Haftung für Folgeschäden befreit hatten. Privatisierung der satten Gewinne, Sozialisierung der Kosten, wie gehabt. Zumindest im Falle der Schweiz werden die Kosten vom Impfschäden allerdings nicht sozialisiert, sondern individualisiert: zulasten von betroffenen Menschen, die sich auf die politisierte Wissenschaft verlassen hatten.
Schneidende Kritik
Es lohnt sich, sich nach Interview mit der Schweizer Gesundheitsdirektorin auch das Gespräch mit einem promovierten Virologen anzuhören [2], der lange als Toxikologe in der Pharmaindustrie für die Prüfung von Impfstoffen verantwortlich war. Die Kritik des inzwischen pensionierten Insiders Helmut Sterz am Verhalten von Industrie, Politik, Wissenschaft und der Mehrheit der Ärzte ist schneidend, nicht nur in Bezug auf die Impfung, sondern auch auf die zuvor angeordneten Massnahmen Leider wurde dieses Interview etwas ausufernd geführt, es dauert mehr als zwei Stunden; das Wesentliche erfährt man aber schon in der ersten Stunde. Zu lesen gibt es das alles auch in Sterz’ Buch über die Impf-Mafia [3]. Dass Sterz von der Bundestagsfraktion der mir enorm unsympathischen AfD als Sachverständiger eingeladen wurde, sollte man vielleicht weniger ihm als den übrigen Fraktionen zum Vorwurf machen.
Quellen:
[1] Radio SRF, Samstagrundschau, 09.05.2026: «Würden Sie wieder solche Impfverträge unterzeichnen, Frau Lévy?»
[2] {ungescripted}, 09.05.2026: «Impfen ist ein wunderbares Business-Modell»
[3] Helmut Sterz (2025): «Die Impf-Mafia», Rubikon-Verlag, 2025
Reaktionen auf Facebook:
Günter: Das mit der Aufarbeitung ist absoluter Quatsch. In meinen Augen waren einige Maßnahmen sicher überzogen aber umgekehrt ist es für mich auch eine Wahrheit hätten nicht viel zu viele Leute alle Regeln in den Wind geschlagen und wieder und wieder für neue Ansteckungen gesorgt hätte es nicht zig Wellen gegeben.
Klaus: Gutes Thema, mich würde dabei interessieren, wie viele Menschen von geimpften Virenträgern angesteckt wurden. Es hiess ja, lass dich impfen, damit du gesund bleibst und andere nicht ansteckst. Letzteres wurde ja klar widerlegt.
Billo: Du hast sicher belastbare Daten darüber, Günter, dass sie Ansteckungen von Personen verursacht wurden, die sich nicht an die Regeln hinten – an Regeln übrigens, die sich im Nachhinein eher als nicht adäquat erwiesen haben.
Eric: Eine Aufarbeitung ist nötig und, wenn ich mich recht erinnere, wird dies auch gemacht durch ein NF-Projekt. Ich kann zur Wirksamkeit von Massnahmen nichts sagen. Das ist nicht mein Gebiet. Hingegen wäre es wichtig zu analysieren, wie wir als Gesellschaft mit Geimpft/Ungeimpft umgegangen sind. Die Solidarität schien plötzlich brüchig, die Impfung war zwar wichtig, doch die Versprechen darum dennoch zu hoch, etc. Dem müssten wir uns widmen.
Marcy: Deine Bildwahl mit dieser angeblichen Zwangsimpfung ist irreführend und die ganze schludrige Argumentation hat keine seriöse Antwort verdient. Hätte dich nicht für einen Schwurbler gehalten, Billo.
Billo: Deine Reaktion widerspricht dem Eindruck, den ich von dir bisher gehabt habe, Marcy. Schwurbler ist ein «Argument» unter deiner eigenen Gürtellinie. Fakt ist, dass wir von überforderten und von den Medien getriebenen Behörden teilweise falsch informiert worden waren, wie sich nachträglich herausgestellt hat. Es ist höchste Zeit, das sauber aufzuarbeiten, um für eine nächste Pandemie besser gerüstet zu sein. Darum geht es hier.
Marcy: Wenn du meinst, mich zu «kennen», würdest du wissen, dass ich sehr allergisch bin auf reisserische Halbwahrheiten, die viral verbreiten werden und anfällige Menschen in noch unvernünftigere Haltungen locken. Diese Bildwahl ist äusserst unverantwortlich von dir, egal, was in deinem Blogbeitrag stehen mag. Darüber hinaus: Eine seriöse Bilanz der Verfehlungen, Fehlentscheide und Korruptionsvorfälle, die es zweifellos auch gab, müsste sich sehr klar trennen von dem ganzen konspirativen Mist, das unsere Gesellschaft nachhaltig vergiftet und Neofaschos (wieder) an die Macht gehievt hat. Die seriösen Wissenschaftler:innen haben übrigens während der ganzen Pandemiezeit betont, dass die Wissenslage sich ständig entwickelt und verändert. Es waren eher die Schwurbler:innen, die auf unveränderbare «Grundsätze» gepocht haben und kranke, immunschwache oder alte Menschen für weniger Wert erklärt haben. Ich möchte auch psycho-soziale Studien sehen über die «Impfgegner zu Fascho»-Entwicklung, ich hab sie auch im eigenen Freundeskreis so erlebt. Dass du in der aktuellen Zeit dieses Shitstorm heraufbeschwören magst: ja, ich nehms dir sehr übel. Aber deine Fangemeinde klatscht, also Mission accomplished?
Ein paar weitere Gründe, warum ich deinen Beitrag für «mauvaise foi» halte: Der eigentliche Skandal der Pandemie war und bleibt der wirtschaftliche Aspekt: wie mit Patenten umgegangen wurde, damit maximale Gewinne entstanden und Entwicklungsländern nicht geholfen wurden; wie die niedrigsten und prekärsten Jobs ausgebeutet wurden, während die Grosskonzerne die Preise künstlich erhöhten; dass Schulen, ÖV und andere öffentliche Einrichtungen nicht mit adequaten Ventil- und Filtersystemen ausgestattet wurden, weil das «zu viel» gekostet hätte — dabei hätten diese dann ungefährlich offen bleiben können, zur allgemeinen Entlastung. Und und und. Stattdessen gibts nur noch das unsägliche Geheule und Gejammer, «Herr Koch hat uns angelogen», «Ich fühle mich wie Sophie Scholl» und dergleichen. Ihr müsstet euch eigentlich schämen.
Billo: Wenn du meinen Blog liest, Marcy, siehst du, worauf ich mich beziehe – all das, was du als den eigentlichen Skandal bezeichnest, tu ich ebenso, als kurze Zusammenfassung eines dort verlinkten langen Gesprächs mit einem Virologen und Toxikologen. Im übrigen steckst du mich offensichtlich in eine Schublade, in die ich nicht gehöre; schäm dich besser selber.
Marcy: Nur zur Info: Ich hab den Blogbeitrag gelesen, also Fehlversuch mit der Unterstellung. Und nein, ich werde nicht weiter kommentieren, dafür ist meine Zeit zu kostbar.
Billo: In diesem Punkt sind wir uns einig, Marcy: meine Zeit ist nicht minder kostbar.
Und was meine Bildwahl betrifft, Marcy, ein halber Punkt für dich, ein halber für mich – wenn du nicht nur den Anriss auf Facebook liest, sondern auch den ganzen Artikel in meinem Blog, findest du die korrekte Bildlegende.
Marcy: Schwache Ausrede. Du weisst genau, dass solche Bilder zirkulieren und weiter geteilt werden, ohne den ganzen «Kontext». Deine Bildlegende lässt auch bewusst offen, ob’s hier eine Zwangshandlung ist, oder ob der Soldat grundsätzlich damit einverstanden war. Wie dem auch sei: what the fuck hat dieses Bild eines angeblich filipinischen Soldaten mit deiner Kritik der Schweizer Behörden zu tun? Du wolltest hier maximal reisserisch sein, steh doch wenigstens dazu.
Billo: Marcy, du liest zwangshaft nicht, was da steht, sondern was du sehen willst. Erstens macht die Legende deutlich, dass ich das Bild einsetze als Allegorie zum in unseren Ländern moralisch ausgeübten Impfzwang, den ich, wie im Text beschrieben, ja anfangs selber nicht nur passiv erduldet, sondern aktiv mitgetragen hatten. Und zweitens handelt es sich beim zu impfenden Filipino, der eben kein Soldat ist, nicht um physisch ausgeübten Zwang, sondern um Unterstützung beim Impfen, vor dem er Angst hat. Steht alles da, du musst es nur lesen.
Im übrigen bin ich es leid, Einwürfe auf diesem Niveau lesen, geschweige denn dazu Stellung nehmen zu müssen. Ich bitte dich, es nun bleiben zu lassen, wenn du dich mit meinem Text nicht unvoreingenommen auseinandersetzen willst.
Charlotte: Please, don’t do that Marcy. Not you. – Diese Unfähigkeit vieler, vieler Menschen, auch nur einen Moment innezuhalten, einen Moment zu überlegen… warum jetzt selbst ein Billo sich derart äussert… Sofort zurückschlagen und mit Schwurbler ettiketieren? Bitte, nicht du.
Das ist, was mich in den letzten Jahren umtreibt. Das ist, was mich in meine Schreibblockade geschasst hat. Und dann schier in eine Depression. Corona, Ukraine, Gaza, Iran…. Alle gegen alle. Ein „falsches“ Wort und zack, irgendeine Keule am Grind. Schwurbler, Aluhutträger, Querdenker, Antiamerikanerin, Antisemitin, Gutmensch, Alternativler, linksversifft, rechtsversifft…
Während meines Journi-Studiums hatten wir die HIV-Pandemie. Mein Augenmerk fiel sofort auf die Berichterstattung über die Krankheit und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft. Mich schüttelt es heute noch, wenn ich zurückdenke. Im Visier die Homosexuellen, die Fixer und ganz Afrika! Afrika stirbt!, „Aids frisst Afrika“. Vermehrte rassistiche Übergriffe. Immer mehr Menschen, die fanden, Infizierte müssten isoliert werden, gekennzeichnet, irgenwo „wo man es sieht“! Im Dezember 1988 verlangte die Berner Ärztegesellschaft, „Massentests gegen den Willen der Betroffenen“ und wollte „Versorgung der HIV-positiven Leute“… Nur als ein Beispiel von vielen. Am Schlimmsten war die Angst, die damals grassierte. Bei den Homosexuellen, bei Menschen mit dunkler Hautfarbe auf der einen Seite und bei Menschen, die schlecht informiert waren und jedes Gerücht glaubten. Dass zum Beispiel das Virus sich durch Kondome arbeiten könne. Das ist kein Witz Marcy, das ist nur eines von unendlich vielen Beispielen. Den meisten Menschen ist nicht bewusst, was diese Zeit in unseren Gesellschaften angerichtet hat. Der Arzt und Forscher Walter Vogt schrieb im Dezember 1986 im Tages-Anzeiger: Dass Vorschläge wie Auftätovieren des positiven Tesbefundes aus Ärztekreisen und von seiten der Behörden überhaupt kommen konnten, gehört zu den finstersten Kapiteln des teils makabren, teils kabarettistischen Totentanzes um AIDS…“ – Ich schrieb damals: „Es ist eine Frage der zukünftigen Diskussion, vor allem aber des Verhaltens der Medien, ob diese ‚finstere Kapitel des makabren Totentanzes um AIDS‘ zu einem weiteren finsteren Kapitel unseres Jahrunderts ausartet oder nicht. Wir brauchen eine Aufarbeitung.“
Dann 2010: Die Schweinegrippe
«Es ist Zeit daraus zu lernen, um es besser zu machen. Wenn nicht, diskreditiert sich die WHO selber und beim nächsten wirklich gefährlichen Virus wird sie niemand mehr ernst nehmen.» – Liliane Maury Pasquier, die damalige Schweizer Ständerätin und Präsidentin der Gesundheitskommission des Europarates, äusserte diese Worte deutsch und deutlich gegenüber dem Schweizer Fernsehen im Frühling 2010 in einem Beitrag der Rundschau. Damals mussten Vertreter der WHO vor dem Europarat antraben und Red und Antwort stehen für das weltweite «Schweinegrippe-Debakel». Und ja, schon damals wirkte Christian Drosten mit Schlagzeilen wie: „Afrika wird sterben“.
Es wurde damals von der WHO Aufarbeitung und Aufklärung versprochen. Allein von einer Aufarbeitung konnte in der Folge keine Rede sein. Nix.
Bei meinem Besuch damals schwor ich mir, nie zu werden, wie er. Skeptisch bleiben, immer. Aber auch loslassen können. Ich schäme mich bis heute, dass ich ihm nie ein Mikrofon hingehalten habe. Dass ich nie aufgenommen habe, was er zu sagen hatte. Mein Dad starb 2008. 2013 gab das Pentagon die Operation Ajax Papiere frei. Mein Vater erfuhr nie, dass er recht gehabt hatte, mit dieser grossen Schweinerei. Erst nach seinem Tod erfuhr ich von meiner Mutter wenige, aber wichtige Details vor allem aus der Zeit im Iran. Nein, es gibt sie nicht, die grosse Weltverschwörung. Aber es gibt sie, die grossen Verschwörungen um Macht und Einfluss. Und es ist die verdammte Aufgabe von uns Journalistinnen und Journalisten uns dessen bewusst zu sein und bewusst zu bleiben. Wir müssen nicht nur abbilden WAS IST, sondern fragen und auf Antworten bestehen.
Ich hoffe, Marcy, dass du meinen nicht ganz stringenten Ausführungen folgen konntest. Du bist mir wichtig, weil du immer wieder den Finger genau auf die wichtigen und wunden Punkte zu legen weisst. Genau so wie Billo. Nur hier, in Sachen Aufarbeitung des Corona Wahnsinns, stehst du an einem ganz anderen Ort. Genau da, wo ich zu sehen glaube, was Angst mit Menschen zu tun vermag. – Lass uns im Gespräch bleiben. Irgendwie müssen wir dieser Fragmentierung von uns allen etwas entgegensetzen.
Nora: Mir scheint genau dies eins der Grundübel im Umgang mit Covid zu sein, Marcy: die pauschale und leider auch polemische Unterteilung in (vermeintlich) Aufgeklärte und sogenannte Schwurbler – Letzteres ein Etikett, ja, ein Verdikt, das man sich nur schon dann zuzog und offenbar immer noch zuzieht, wenn man den geringsten Zweifel an den damaligen Massnahmen formulierte. Und das jeden vernünftigen Diskurs im Keim erstickte. Eine Dynamik, die leider Methode hat(te). Schade.
Und 2020? Ausgerechnet der Arzt, der 2010 die WHO gezwungen hatte, endlich Farbe zu bekennen, was dann zum wirklich abrupten Ende der Schweinegrippe -Pandemie führte, wurde medial lächerlich gemacht, verteufelt und ausgeschaltet.
Wie war das noch genau mit „…sich des eigenen Verstandes bedienen..“ und der „selbstverschuldeten Unmündigkeit“? Und während Corona hat sich die halbe intellektuelle Welt hinter einem feigen „Follow the Science“ verschanzt. Ich bin so verdammt desillusioniert. Weil es passiert vor unseren Augen im grellen Scheinwerferlicht. Ja, viele sind mit fast allem einverstanden und mit sich im Reinen, was damals passiert war. Viele, Millionen von Menschen, haben die Pandemie aber anders erlebt. Ihre Ängste waren nicht das Virus, sondern was mit der Gesellschaft passiert. Ich gehöre zu diesen. Die brutale Vehemenz, mit der sich PolitikerInnen, Regierende, JournalistInnen, WissenschaftlerInnen und Normalsterbliche gegen andere Menschen ausliessen… da war er wieder, der „makabre Totentanz“. Es war verstörend… und ist es immer noch.
Nur ganz wenige Medien/Journalistinnen haben sich bisher einigermassen selbstkritisch zu Wort gemeldet. Zum Beispiel Dominique Strebel im Beobachter am 24. Februar 2024 („Wir hätten kritischer sein sollen“). Und Dominique ist weiss Gott kein Schwurbler. Die grosse Masse aber schweigt. Und dieses Schweigen Marcy, das schlachtet die Rechte aus. Diese riesige Kerbe, die die unnötigen Massnahmen während der Pandemie geschlagen hat, darin suhlt sie sich jetzt, die Rechte. Sie sammelt alle, die während der Pandemie keine Stimme mehr hatten und heute überzeugt sind, dass Regierungen, Wissenschaft und Medien an der grossen Verschwörung arbeiten, hinter sich und hat ein leichtes Spiel. Das ist meine These. Logik hat das keine, nicht auf den ersten Blick. Allein: man kann sich nicht jahrelang über Menschen lustig machen, sie durch den Dreck ziehen und sich dann wundern, wenn sie sich abwenden.
Ich hatte mich impfen lassen. Trotz meiner Skepsis. Einzig weil ich mich wieder einigermassen frei bewegen wollte. Die einen nennen es Feigheit, die anderen Pragmatismus. Meine Haltung war, dass ich mich bislang nie darum gekümmert hatte, was mir eine Ärztin in den Arm spritzt und das mein Körper auch das gut aushalten werde. Ich bereue den Entscheid bis heute: Zwei Herzinfarkte. heftige Muskelkrämpfe in beiden Oberarmen. Im linken Arm bis heute. Immer wieder Entzündungen. Und eine lähmende Müdigkeit. Meine Schwester und meine Mutter hatten die Impfung gut vertragen. Aber sie sind jetzt beide tot. Meine Schwester mit plötzlichem Herzstillstand im April 2023 (mit ungeklärter Ursache), kurz vor ihrem 66. Geburtstag, meine Mutter verstarb 3 Monate später an einem Schlaganfall. Auch dadurch habe ich zusätzlich eine andere Geschichte und eine andere Sichtweise.
Und jetzt Marcy, kannst du die Türe hinter mir zuschlagen. Mich würde es schmerzen. Oder du kannst einen Moment innehalten. Es ist so unendlich wichtig, was hier geschieht. Es geht nicht um mich. Bitte kein „es tut mir leid um deine Schwester, um deine Mutter, um dich, aber…“.
Es geht hier nicht um mich. Es geht nicht um Verschwörungstheorien. Es wurden massive Fehler gemacht. Weltweit. Und es wurde das Vertrauen von Millionen von Menschen verspielt, in die Regierungen, die Wissenschaft, die Medien… Und es hört nicht auf. Wir sind weltweit bereits an einem Ort, wo wir niemals wieder sein wollten. Wir können alle bullig weitergehen und auf unsere Standpunkte beharren, oder innehalten. – Wir brauchen Aufarbeitung.
Und noch ein Punkt, Marcy: Mein Vater hat 1953 bis 1956 für BP im Iran gearbeitet. Später in Saudi Arabien. Seit meiner Kindheit hat er immer und immer wieder behauptet, dass die USA und Grossbritannien mit ihren Geheimdiensten Mossadegh, den ersten demokratisch gewählten PM von Iran, gestürzt haben sollen. Er bekam immer wieder Schwierigkeiten, weil er mit seiner Meinung nie zurückhielt. CIA und MI6. Es wurde zur Obsession… und ich konnte zusehen, wie ein Mensch langsam aber sicher schier in den Wahn getrieben wird, wenn man ihn nicht ernst nimmt. Er war als Verschwörungstheoretiker abgestempelt. CIA und MI6 und Korruption, wir Kinder bekamen nicht viel anderes zu hören. Er war trotzdem immer wieder in solchen Stellungen, zuletzt für die Dezza in Dar Es Salam. Auch da nahm er Ungereimtheiten wahr, eckte an und verlor so ziemlich alles. Landete eine Woche in der Psychiatrischen in Zürich.
So, jetzt lässt FB fast keine Zeilen mehr zu…. Ich schliesse im nächsten Kommentar ab…
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