
Die kontrollierte Freilassung von Moritz vor zwei Wochen hatte ich unvermittelt abbrechen müssen. Die zwei sommerlichen Tage im Freilandgehege verbrachte er damals nur damit, unablässig dem Zaun entlang zu wetzen auf der Suche nach einem Loch, durch welches er in den Nachbarsgarten hinter der nahen Hecke entwischen könnte, wo er letztes Jahr wohl gewohnt hatte.
Er rührte in diesen zwei Tagen keinerlei Futter an und verlor einen Sechstel seines Gewichts. Weil zudem für die nächsten Tage kalte Nächte und viel Regen angesagt waren, entschied ich mich, Moritz wieder in die Wohnung zu bringen, mir Rat von Fachleuten zu holen (die selbst am Sonntagabend rasch antworteten) und ihn aufzupäppeln, bis die Tage besser würden. Fünf Tage später wog Moritz wieder so viel wie vor der kurzen Eskapade, und vor vier Tagen erreicht er erstmals die Marke von 800 g, gut viermal so viel wie vor genau drei Monate, als ich das Minimoritzli im Garten gefunden hatte.

Ab heute ist endlich wieder richtiges Frühlingswetter angesagt. Da Moritz definitiv nicht zum Haustier werden soll – das wollen weder er noch ich –, üben wir das mit der Auswilderung also wieder. Diesmal muss es klappen! Tip von Irmy: Beim letzten Mal fehlte ihm genügend Unterschlupf, darum kriegt er jetzt eine grössere Schlafkiste, die mit einem Haufen Heu und darüber mit viel Stroh bedeckt ist. Moritz stutzt zunächst, dann verkriecht er sich in sein Haus. Zwei Stunden später aber find ich ihn am Zaun, allerdings weniger hektisch hin und her wetzend als vor zwei Wochen. Das Futter hat er aber noch nicht angerührt. Vier Stunden später, als es zu dämmern beginnt, find ich Moritz im ganzen Gehege nirgendwo. Mann, bist du abgehauen? Der 50 cm hohe Zaun ist nach Lehrbuch so erstellt und oben 5 cm breit mit Klebeband versehen, dass ein Entkommen unmöglich ist; aber nach den erstaunlichen Kletterkünsten in meiner Wohnung bin ich mir nicht mehr so sicher. Fast schon in Panik such ich den Ausreisser in der Hecke – da seh ich ihn innerhalb des Zauns im hohen Gras versteckt. Alles gut! Friss was, wenn’s dunkel ist. Wir sehen uns morgen!
Folge #16 — Folge #18
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Einige Reaktionen auf Facebook:
Charlotte: Mann, Mann, Mann, Herzklopfen! Wie sehr so ein Wesen einem ans Herz wachsen kann. Viel Glück weiterhin euch allen!
Daniela: Igel Eleven. Wetten, in zwei Tagen hat er sich unterm Zaun durchgegraben und kommt nur noch wegen der Snacks vorbei?
Billo: Die Wette gilt, Daniela – du weisst ja gar nicht, mit wie vielen Häringen ich den Maschendraht im Boden verankert hab!
