Containerschiff einer der führenden Reedereien, der dänischen Maersk, im Hafen von Koper, Slowenien (Foto: Petar Milošević / Wikimedia Commons)
Zwei jüngste Beschlüsse der EU zeigen beispielhaft, dass die realexistierende EU immer mehr zu einer Veranstaltung der Umverteilung von unten nach oben wird. Das EU Parlament hat soeben das Lieferkettengesetz gelockert, und die EU-Kommission will die Freigrenze von 150 Euro für eingeführte Waren streichen.
Bild: Der Koloss des Spitals Cattinara oberhalb Trieste.
Erst drei Monaten sind vergangen, seitdem ich aus dem Spital nachhause gekommen war, schwach und froh um jede Hilfe. Heute morgen fragte mich ein Freund am Telefon nach meinem Befinden. Gut, sagte ich, sehr gut sogar, und gleichzeitig wurde mir der Kontrast bewusst zwischen meinen Worten, meinem Zustand noch vor kurzem und der Tatsache, dass ja noch nicht alles wie zuvor ist, und ich füge bei:
Ich hab den geschleckten Typen und ihren Versprechungen schon immer misstraut. Heut hab ich wieder mal hautnah erlebt, wie gut mein Riecher damals war. Mehr Wettbewerb, weniger Bürokratie? Im Gegenteil!
Das ist keine Werbung für irgendeine Bank; der Schriftzug dient hier nur zur Illustration der im Text behaupteten «Kindlichkeit».
Uff! Nach ein paar Wochen ohne Zugriff auf mein Bankkonto in Italien hab ich endlich wieder eines… und erst noch völlig unkompliziert und gebührenfrei.
Der Beweis: Zürich liegt in Italien (oder umgekehrt)
Ich überlege mir grad, ob ich weiterhin die pragmatische Effizienz der Schweizer Bürokratie als Beispiel loben soll, wenn ich mit den unglaublich komplizierten, ineffizienten und zeitraubenden Verwaltungsabläufen in Italien konfrontiert bin.
Die Steuerverwaltung des Kantons Zürich zumindest agiert, als befände sich ihr Sitz weit südlich der Alpen. Anlass: eine kleine Erbschaft meiner in Zürich verstorbenen Tante, die laut Testamentsvollstrecker zwingend im Kanton Zürich besteuert wird.
Da ein Erbe vor allem zwingend an meinem Wohnsitz in Italien besteuert wird und das Doppelbesteuerungsabkommen CH/IT meines Erachtens wenig Spielraum für den Schweizer Fiskus lässt, will ich Klärung vom Steueramt des Kantons Zürcher, dessen Website freilich keine Möglichkeit bietet, die Frage online zu stellen. Ganz wie hier in Italien, denk ich so.
Also schreib ich halt einen Brief nach Zürich und kriege von dort etwa 10 Tage nach Eintreffen Antwort, wie erbeten per E-Mail, allerdings nur lapidar: «Wir dürfen keine Post ins Ausland verschicken, auch nicht per E-Mail». Aha, das ist ja interessant. Das pöse Ausland, mitten in Europa. Vor was haben die Bürokraten in Zürich eigentlich Angst? Viel beunruhigender noch die Frage: Und vor was haben sie nicht Angst?
Unser Hausarzt im Grazer Stadtteil Andritz ist in Pension. Seit etwa einem Jahr wird er von einem jungen, motivierten und freundlichen Arzt vertreten. Wer die Praxis betritt, spürt sofort: dieser Arzt ist beliebt, denn die Patienten blieben der Praxis auch unter neuer Leitung treu. Nach dem unerforschlichen Ratschlag der Grazer Ärztekammer soll das mit Ende Jahr Geschichte sein.