Kategorie: Ein&Zufälle

  • Erstaunliche Verhaltensweisen #1: Beim Einkauf

    Ich weiss nicht, ob meine Beobachtung in anderen Ländern reproduzierbar ist. Beim Einkaufen in Italiens Supermärkten fällt mir jedenfalls auf, dass viele Männer an der Kasse ihren Einkaufskorb auf den Stapel von zurückgelassenen Körben stellen, um sich nicht immer wieder tief bücken zu müssen, wenn sie ihre Einkäufe aufs Rollband legen. So mach ich es selber seit jeher ganz selbstverständlich, und falls keine leeren Körbe neben dem Band stehen, schieb ich den nächststehenden Stapel heran.

    Die meisten Frauen aber machen es ganz anders:

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  • Definitiv Superlativ!

    (superlatus: davongetragen, emporgehoben…)

    (Jan Jirat, WoZ, 27.08.2026 – ein Beispiel von unzähligen)

    wiegend
    wiegender 
    am wiegendsten?
    Was ist hier eigentlich zu steigern?
    Das Wiegen oder dessen Schwere?
    Warum nicht deutsch und klar:
    Am schwersten wiegt jedoch, …

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  • Zwiebelgericht, Irren im Apennin und eine fragliche Schlachtung

    Kürzlich blieb mein Blick im Geschäft meiner Wahl an riesigen weissen Gemüsezwiebeln hängen. In Erinnerung an ein einfaches, aber köstliches Gericht, das uns eine junge Bäuerin an einem kalten Januarmittag vor vierzig Jahren auf dem toskanisch-emilianischen Apennin aus dem Ofen gezaubert hatte, konnte ich nicht widerstehen, auch wenn mir bei der noch immer sommerlichen Hitze nicht gerade nach Backofen zumute war.

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  • Wie die Grossen sich gross und die Kleinen klein halten

    Die Vorstellung, dass wenige herausragende Köpfe schon wissen, was gut für alle anderen sei, war mir immer sehr fremd. Vielleicht verdanke ich das auch meinem Vater, der bei aller Liebe und allem Freiheitsdrang manchmal recht autoritär sein konnte.

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  • Das Oppurtunistlein und die Linke

    Cartoon: Markusszy / Wikimedia Commons

    Die Arbeiterbewegung und die aus ihr hervorgegangenen linken Organisationen haben es leider nie verstanden, sich dem zweifelhaften Charme von Obergenossen zu entziehen. Immer wieder heben sie Figuren auf den Schild, deren Programm vor allem aus ihnen selber besteht. Der Fall Jositsch ist bloss der bisher letzte einer langen Reihe.

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  • Agricoltura biologica e la qualità

    Coop Italia è stata la prima catena di supermercati in Europa a inserire i prodotti biologici nel proprio assortimento. Sembra tuttavia che non abbia ancora pieno controllo della filiera dall’agricoltore al consumatore (almeno non nel caso di Coop Alleanza 3.0, la più grande cooperativa del sistema Coop Italia).

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  • Planspiele um Geld, Macht und Disziplinierung

    Foto: Simon Mannweiler / Wikimedia Commons

    Stell dir vor, es gibt einige Menschen, die unermesslich reich geworden sind, als Financiers, Private Equity raiders oder sogar mit seriöser Arbeit wie mit Software, die auf der halben Welt fast unerlässlich geworden ist. (Falls dir beim Lesen dieser Geschichte der eine oder andere Name in den Sinn kommt, ist das wenn nicht unbeabsichtigt, so doch deine eigene Leistung.) Diese Menschen sind so reich geworden, dass sie gar nicht mehr anders können, als den Hals noch voller kriegen zu wollen: noch mehr Geld, noch mehr Einfluss, noch mehr Macht. Und darum haben sie drei Probleme: die Konkurrenz von Nachahmern, die Begehrlichkeit von Steuerbehörden und Neid der übrigen Menschheit. 

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  • Weniger Energie, mehr lokale Nähe, mehr Wohlbefinden

    Heizt, kocht und bringt Menschen zusammen (Foto: Babi Hijau / Wikimedia)

    Genau das, wofür ich schon lange plädiere: runter mit dem Energiekonsum, aber nicht als individueller Verzicht von Personen, die sich das leisten können, sondern als gemeinsame staatliche Anstrengung, zum Beispiel, um die Wege zu öffentlichen Dienstleistungen kurz zu machen.

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  • Playing with eggs at Easter

    Eggs boiled with various vegetables and herbs

    ’You don’t play with your food!’ — that’s what I was told time and time again as a child. Strangely enough, there was one seasonal exception to this rule.

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  • Spitalalltag #25: Häuptling Bleifuess


    Bild: Beweisstück 1 auf Beweisstück 2: Patienten-ID auf dem Print einer stark vergrösserten Nahaufnahme eines postoperativen Hämatoms an einem hinlänglich nicht mehr lokalisierbarem Ort.

    Man gönnt sich ja nichts, also muss auch ein Leistenbruch operiert werden, zumal ein Stück Darm darin verklemmt ist. Weh tut’s zwar nicht, aber auf Dauer ist’s doch etwas hinderlich, also besser im fortgeschrittenen Alter reparieren als irgendwann noch später in noch höherem Alter.

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  • Warum Billo? Why Billo?

    Warum wählt sich jemand einen neuen Vornamen und lässt ihn sogar behördlich anerkennen?
    Why would someone choose a new first name and even have it officially recognised?

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  • Afrika! welches? wohin?

    Zementfabrik südlich von Dakar, Senegal (Foto: Billo, 2005)

    Ich habe oft gesagt, Afrika sei der einzige Kontinent, der seine Zukunft noch vor sich habe. Bloss: welche denn?

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  • Wann findet das Leben statt?

    Selbstportrait des Autors, 2019

    Sonntag! Endlich frei… Und was machst Du daraus? «Das Leben findet während der Arbeitszeit statt», sagt ein Psychologe. Das hat schon was – unter Umständen.

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  • Nach dem Spitalalltag #24

    Ma a che cosa serve sto sgabello?
    What is the purpose of this footstool?

    Wozu ist ein Schemel gut?

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  • De bescht Panetone wos je häz giz

    Nöd würkli en Panetone, sondern es Pandoro mit ooni ales, eini vo de vilen Abarte vom Panetone wo t’Induschtry erfunde hät.

    Weisch, was das isch, gäl?
    En Panetone, genau.
    Weisch, weren erfunde hät?
    Nei, nöd t’Italiener und scho gar nöd die alte Römer.

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  • Pinkeln mitten in der Nacht

    Überschwemmung in Küsnacht, 1878 (Bild: Zentralbibliothek Zürich / Wikimedia Commons)

    Ich muss in die Stadt, letzte Vorbereitungen für eine Veranstaltung, an der ich referieren werde. Mit viel Material beladen, aber gemütlich schlendere ich von zuhause in meine kleine alte Stadt; ich bin eh vor der Zeit. Als ich im Zentrum der Stadt ankomme, das mir immer fremder erscheint, einige ungewohnt hohe Häuser erinnern mich eher an meine Verirrungen jüngst in Milano [1], fällt mir ein, dass ich noch einen Würfel kaufen müsste für das Spiel, das ich am Ende eingeplant hab, um zu ermitteln, wer den Preis gewinnt. Also kleiner Umweg zum Spielzeugladen, dort die kleine Gasse hinab. Unversehens steh ich vor einer Menge Wasser, die sich unten angesammelt hat; keine Chance, da durchzukommen, alles überschwemmt. Hm, ich suche einen anderem Weg ums Zentrum herum; aber es führt keine begehbare Strasse mehr auf die andere Seite der Stadt. 

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  • Mutter ist nicht mehr da

    Meine Mutter mit ihrem Erstgeborenen, 1947

    28.10.2025 
    Heute vor vier Jahren ist meine Mutter gestorben. Es kommt noch manchmal vor, dass ich spontan denke: Ich ruf sie an, das muss ich ihr jetzt gleich erzählen; doch das passiert mir viel seltener, als hätte ich mich daran gewöhnt, dass sie nicht mehr da ist, fern zwar schon, seitdem ich ausgewandert war und wir uns nur einmal monatlich sahen, wenn ich sie und Freunde in Zürich besuchte. Auch solche Reisen sind seit ihrem Tod selten geworden.
    Nein, ich kann mich nicht daran gewöhnen, dass ein Mensch nicht mehr da ist, der so wichtig war in meinem Leben. Der Tod bleibt eine Zumutung, aber nicht der eigene, gegen den Elias Canetti anschrieb. Es gäbe so viel zu erzählen, und ich weiss ja, wie sehr sie das interessiert. Ob sie es wortlos erfährt? Hoffentlich nicht alles. Wegen meiner gelegentlichen gesundheitlichen Probleme hätte sie ich wie immer furchtbare Sorgen gemacht…

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  • Ein neuer Pass auf Umwegen

    Die zuständige Behörde des Kantons Zürich hat auf mein umfangreich begründetes Gesuch hin fast umgehend bewilligt, dass ich fortan offiziell so heisse, wie ich mich schon lange nenne [1]. Damit sind mein Schweizer Pass und meine ID ab sofort ungültig. Also fährt das Landei aus dem hintersten Friaul sechs Stunden lang mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Schweizer Konsulat in Milano, in eine Stadt, die schon seit je viel zu gross ist für mich, so sehr, dass ich mich jedesmal in den Häuserschluchten verliere.

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  • Schildkröten können nichts dafür

    Zeichnung aus «Letters From the Beasts to Dina» (Pamela Colman Smith, 1905 / Wikimedia Commons)

    Den ganzen Vormittag hatte ich vergeudet mit Verkehrsproblemen, bis ich endlich am Treffpunkt ankam. Es hatte damit begonnen, dass ich vergeblich versuchte, mit meinem Handy ein Billett zu lösen; schliesslich schaffte ich es in letzter Minute mit meiner Kreditkarte an einem Automat. Im fahrenden Zug fragte ich mich dann allerdings, ob die vorbeiziehenden Häuser wirklich zu der Strecke nach Zürich gehören. Als ich etliche Passagiere wahrnahm, die üblicherweise in der selben Richtung wie ich unterwegs waren, entspannte ich mich. Drei von ihnen erkannten mich, setzten sich in meine Nähe und begonnen herumzualbern und zu singen; einer klimperte dazu auf einer Gitarre, die er unversehens in der Hand hatte.

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  • Das Sprengstoffexperiment

    Bild: Explodierende Glühlampe (Stefan Krause / Wikimedia Commons)

    Ich hatte mich bereit erklärt, als psychologisch ausgebildeter Verhaltensforscher beobachtend an einem Experiment zum Umgang mit Extremgefahren teilzunehmen. Die übrigen etwa zwanzig Personen, mit denen ich gemeinsam in einen grossen unterirdischen Raum geführt wurde, waren nach Alter und Geschlecht gut gemischt. Vier von ihnen führten etwas Material mit, das sie auf einem Tisch an einer Seite des Raums aufbauten, während sie uns erklärten, sie seien Chemiker und Gefahrenexperten und würden nun das Experiment starten. 

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