Fast drei Wochen lang hatte ich mich nicht mehr mit der Politik in Italien befasst, vor ein paar Tagen las ich zum erstenmal wieder mein Leibblatt «Il Piccolo» und stellte fest: So wenig ich der politica a Roma fehlte, so wenig fehlte sie mir – alles immer die gleiche Mühle.
Der Rechtsblock in Italien bricht auseinander. Berlusconi begräbt den Polo della Libertà und baut mit seinen «Falken» die Forza Italia wieder auf. Sein Ziehsohn Alfano, bisher Parteisekretär und seit Frühjahr Vizeministerpräsident in der Grossen Koalition, arbeitet mit seinen «Tauben» auf die Gründung eines neuen Zentrums hin. [2] Dem Linksblock besteht eine ähnliche Spaltung bevor. Nach zwanzig Jahren Lähmung dürfte Italiens Politik wieder offener werden. Wenn die Linke die Chance packt und sich für die Menschen statt für ihre eigenen Funktionäre engagiert, gibt es wieder Hoffnung für das Bel Paese.