
Vor spätestens 42 Jahren war offensichtlich, in welchem Ausmass die europäische Wirtschaftsgesellschaft die Landschaft zerstört und das «fehlende Grün» durch lächerliche Massnahmen ersetzt – der Film «Grün kaputt» [1] von Dieter Wieland führte es 1983 allen vor Augen, die sehen wollten.
Wer möchte behaupten, es habe sich seither etwas zum Besseren gewendet? Immer mehr Autobahnen, Flugzeugpisten, Fabriken, Lagerhallen, Agrarwüsten und Zersiedelungen haben seither weitere Landschaften platt gemacht.
Wie der 1937 in Berlin geborene Dokumentarfilmer und Historiker Wieland betonte, kann die Umkehr dort beginnen, wo ich mich in meinem kleinen Umfeld darum bemühe, Natur wachsen zu lassen, anstatt sie durch einen Garten des Grauens zu ersetzen. Die Erfahrung aus solcher Pflege fördert den Widerstand gegen die Umwandlung von Landschaften in Wüsten des Grauens.
[1] Dieter Wieland (1983): «Grün kaputt», Bayrischer Rundfunk
Diskussion auf Facebook:
Bruno: Die Menschheit lebt in einem Drogenwahn. Sie verlangt immer mehr, weil die Droge abhängig machte und höhere Dosen verlangt. Die Droge heisst Kapitalismus…
Philippe: Eine Umkehr wird nicht stattfinden. Sie ist nicht möglich.
Domenica: Möglich wäre sie sehr wohl, wenn Wille und Einsicht da wären. Und Genügsamkeit.
Mein Garten darf auch wild wachsen. aber wir sind eine kleine Nische. Die Zeit ist gekommen, in der ich begonnen habe froh zu sein, dass ich nicht mehr allzu lange zu leben habe.
Ella: Ja, das und einiges mehr an Gründen veranlasste mich, der Schweizer Bünzligkeit den Rücken zu kehren. Ich wohnte zuletzt (weil es nicht anders ging) in einem grässlichen Quartier in Bülach. Diese grünen Wüsten haben mich fertig gemacht. Wie können Menschen so leben? Es ist mir ein Rätsel. Nun bin ich in Südostasien unterwegs und es ist genau so schlimm, nur anders. Es ist also unabhängig von Ländern. Diese innerliche Verwahrlosung des Menschen findet global statt, ist so konzipiert und hat Plan. Darum, egal wo man sich befindet, wenn Menschen keine innere Heimat haben, sind sie verloren.
Monika: Sie nennen es Fortschritt und beten es an wie das goldene Kalb – es ist grauenhaft – aber umso mehr freut einen jeder noch so kleine Schritt, der diesem Treiben Einhalt gebietet. Hier bricht wieder ein Grabenkampf aus, der die Befürworter und Gegner in zwei einander feindlich gegenüberstehenden Lager teilt. Aber standzuhalten gilt´’s, statt um des «lieben Friedens» willen zu schweigen.
Wir haben mit einem demokratischen Bürgerentscheid gerade gestern hier die bereits vom Gemeinderat beschlossenen Bebauung eines Landschaftsparks verhindert. Nur Mut und Engagement der Bürgerschaft hilft gegen Naturzerstörung! Ich freue mich ungeheuer, dass wir den Immobilienhaien und der ihnen zur Seite stehenden StadtVerwaltung Einhalt gebieten konnten.
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