
Das Königreich Marokko verletzt seit fünfzig Jahren die Menschenrechte und das Völkerrecht gegenüber dem Volk der Sahraouis, der rechtmässigen Bevölkerung der Westsahara, die von Marokko vertrieben oder ihrer Lebensgrundlagen beraubt wird…
… ein schleichender, aber systematischer Völkermord [1] [2] [3]. Die Westsahara war einst spanische Kolonie, doch Spanien überliess das Land nach jahrelangem Befreiungskampf der Sahraouis einfach Marokko. Seither foutiert sich das nordostafrikanische Königreich – genau wie Israel – um wiederholte UNO-Resolutionen, die ein Referendum anordneten, dank dem die Sahraouis selber bestimmen könnten, ob ihr Land unabhängig werden oder zu Marokko gehören soll. [4]
Weder das historisch verantwortliche Spanien noch andere europäische Staaten haben sich jemals für das Referendum stark gemacht; im Gegenteil liessen sie es aus eigenen wirtschaftlichen Interessen zu, dass Marokko sich den westsaharischen Reichtum an Bodenschätzen und Fischgründen unter den Nagel riss. Selbst die angeblich neutrale Schweiz verfolgt eine beschämend leisetreterische Haltung im ungelösten Konflikt [5]. Und Italien, das bisher besondere Beziehungen zu Marokkos Gegenspieler und Sahraoui-Unterstützer Algerien unterhielt (auch dies aus wirtschaftlichen Interessen, diesmal des Erdöl-Staatskonzerns ENI in Algerien), gerät unter äusseren und inneren Druck, sich der marokkofreundlichen Haltung der EU anzuschliessen, um sich aussenpolitisch nicht zu isolieren [6].
Umso isolierter stehen inzwischen die Sahraouis und Algerien da. Seitdem die USA mit der völkerrechtswidrigen Anerkennung der Westsahara als Teil Marokkos Druck auf das Königreich ausübten, gute Beziehung mit Israel einzugehen, unterstützen auch die europäischen Vasallen den durchsichtigen Vorschlag Marokkos für eine Autonomie des Sahraouis innerhalb des Königreichs. Die Sahraouis anerkennen den Vorschlag als eine mögliche Option im längst fälligen Referendum, bestehen aber darauf, dass die Unabhängigkeit der Westsahara eine Option bleibt. Genau vor dieser Option fürchtet sich Marokko, nach fünfzig Jahren rücksichtslosester Behandlung der Sahraouis mit gutem Grund – warum sollten die ausgerechnet ein höchst autoritäres Regime als das Ihre wählen?
Quellen:
[1] Deutschlandfunk, 13.04.2015: Völkermordprozess gegen marokkanische Ex-Politiker
[2] porunsaharalibre.org, 14.10.2019: The ongoing crime of Genocide in Western Sahara by Morocco
[3] genocidewatch.com, 28.02.2022: Country Report: Western Sahara
[4] Billos Blog, 29.06.2025: Westsahara, Ceuta und Melilla: Spanien muss endlich Schulden begleichen
[5] Sahara-Info (SUKS), Dezember 2025: Wo bleibt das Recht auf Selbstbestimmung?
[6] L’Opinione delle Libertà (!), 23.087.2025: Sahara occidentale: Italia „sola“ con Algeri
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