Autor: Billo Heinzpeter Studer

  • Das Sprengstoffexperiment

    Bild: Explodierende Glühlampe (Stefan Krause / Wikimedia Commons)

    Ich hatte mich bereit erklärt, als psychologisch ausgebildeter Verhaltensforscher beobachtend an einem Experiment zum Umgang mit Extremgefahren teilzunehmen. Die übrigen etwa zwanzig Personen, mit denen ich gemeinsam in einen grossen unterirdischen Raum geführt wurde, waren nach Alter und Geschlecht gut gemischt. Vier von ihnen führten etwas Material mit, das sie auf einem Tisch an einer Seite des Raums aufbauten, während sie uns erklärten, sie seien Chemiker und Gefahrenexperten und würden nun das Experiment starten. 

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  • Einmal rund um die Welt ohne Flug

    Weit gehen. Einmal rund um die Erde, und stets auf der Erde, also ohne zu fliegen. Und sich dafür alle Zeit lassen, drei Jahre (2013-2016) bis zur Heimkehr, und nicht in kurzen 80 Tagen wie in Jules Vernes seinerzeitigen Vorstellung. Als Paar unterwegs mit nichts als dem, was sich tragen lässt, wenn man zu Fuss gehen will oder muss, falls mal kein Auto kommt und einen ein Stück weiter mitnimmt.

    Ich sitze da und schau gebannt in diesen Film, zwei Stunden lang, und würd am liebsten gleich mitziehn, unterwegs sein, unbekannten Menschen begegnen und weiterziehend sie als Freunde zurücklassen, immer weiter, neugierig und nicht wissen, was morgen sein wird… Da waren einst so viele Ideen. Mit den Kindern im Zirkuswagen durch die Welt ziehen. Mit spätestens 70 von Nordafrika bis Sibirien trampen. Es blieben Träume, es blieb vorwiegend bei Reisen in ferne Landschaften mit dem Finger auf der Landkarte. Und doch ist es möglich, ich freue mich für die beiden, hab ihre Reise und all ihre Begegnungen genossen, als wär ich dabei gewesen.

    Ich glaube, genau darum «funktioniert» dieser Film und hat in Deutschland derart viele Menschen erreicht. Es ist nicht allein der Bilderreichtum wie in einem Kaleidoskop, die gut geschnittene Abfolge wunderbarer Bilder aus ganz verschiedenen Lebenswelten, bunt und heftig, dann wieder ruhig und pastell und endlos; es ist vor allem der tief schlummernde Traum in uns, den Gwendolin Weisser und Patrick Allgeier in und mit ihrem wundervollen Film wachrufen, und sei’s bloss, dass wir zwei Stunden lang verzaubert mitgehen, einmal im Leben alles zurücklassen und einfach drauf los ins Ungewisse.

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  • Was Emigration bedeutet

    Das Buch mit dem fast verführerischen Titel «Handbuch zum Umgang mit Grenzen» versetzt einen beim Lesen fast körperlich spürbar in die Lage eines Menschen, der weg will, jetzt und möglichst weit weg aus Verhältnissen, in denen es für ihn keine Zukunft geben wird. 

    Das ist die persönliche Geschichte des 1967 in Albanien geborenen und dort aufgewachsenen Schriftstellers Gazmend Kapllani. Seine Familie wurde von der kommunistischen Diktatur des Landes in eines der vielen Verbannungsdörfer umgesiedelt, in denen politisch verdächtige Personen besonders überwacht wurden. Von hier blickte der junge Mann mit Leidensgenossen über die nahe Grenze, hinter der in klaren Nächten die Lichter der ersten Krieg in die Stadt zu erkennen waren, sozusagen das Paradies, und gemeinsam träumen sie vom Abhauen bei Nacht und Nebel dorthin, wohlwissend, dass der Versuch schon einigen misslang, mit gravierenden Folgen. «Wir waren dazu verdammt, entweder nur zu mutmassen, was auf der anderen Seite der Grenze existierte, oder die Idee, dass es jenseits der Grenze noch eine andere Welt gab, vollständig aus unserem Hirn zu verbannen, was eine gute Methode war, um zu überleben, sowohl seelisch als auch körperlich.»

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  • Flaschenpost an sich selbst

    Der Film «Message in a Bottle» hatte nach seinem Kinostart 1999 vorwiegend schlechte Kritiken, las ich, als ich 25 Jahre später zufällig auf ihn einen Trailer stiess. Zum Glück hab ich mir den Film dennoch angeschaut; er ist für mich einer der zartesten Filme über die Entwicklung einer starken, aber schwierigen Liebesbeziehung, fein und humorvoll und ernsthaft erzählt und kongenial gespielt.

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  • Eine Arbeiterstadt in den Klauen der Neuen (?) Rechten

    So also präsentiert sich die Neue Rechte heute. Die Erben der Rassisten und Judenhasser von damals diskriminieren Juden heute positiv; aber sie meinen damit nur das aktuelle faschistische Regime in Israel und dessen Anhänger, und sie meinen es als Bollwerk gegen den Islam, gegen Araber, Afrikaner, Linke und sonstwie andere.

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  • Meisterlich heitere Sprachkunde

    Die Wissenschaft von den Sprachen kann sehr theoretisch, abstrakt und in für Laien schwer verständlichen Formen betrieben werden. Selten bekam ich Linguistik so beschwingt und heiter vorgeführt wie in Alberigo Albano Tuccillos zahlreichen «Amuse Bouche» auf seinem Facebook-Profil und dann fein gebunden im gleichnamigen Band.

    Der Titel spielt an auf einen Begriff in der gehobenen Gastronomie für kleine feine Gaumenkitzler, die unverlangt noch vor der Vorspeise serviert werden. Und in ähnlicher Weise tischt Tuccillo seine linguistischen Häppchen auf: fein zubereitet, aber unaufdringlich und leicht verdaulich.

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  • Vom «Schweizer Zappa» zum Rondom-Künstler

    Beim Lesen der «musikalischen Biografie» über den Appenzeller Künstler Steff Signer durfte ich eine hochinteressante Ära nacherleben, die ich in dieser speziellen Ausprägung kaum wahrgenommen hatte. Zwar hab ich ich einen Teil jener Zeit in der selben Region verbracht und bin kaum älter als der Protagonist und sein Schulfreund und Biograf Hanspeter Spörri, den ich damals als Journalist aus meiner Öko-Parallelwelt in meinem St. Galler Hauptquartier kennengelernt hatte, ohne auch nur zu ahnen, dass ich so eine Verbindung zu «Infra Steff» hätte bekommen können, zu einem Musiker und einer Szene, von denen nicht viel mehr als den Namen und einen gewissen Ruf mitbekommen hatte. Schande auf mein Haupt! Als ich Mitte der Achtzigerjahre nach Trogen und später nach St. Gallen gezogen war, war die wilde Zeit der wechselnden Bands um Steff Signer allerdings schon fast vorbei; damals begann seine Phase als Komponist, von der ich noch weniger Ahnung hatte.

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  • Alla scoperta della vita in mare

    Innanzitutto, ti consiglio di iniziare la lettura dal capitolo 1 e di terminare con l’introduzione alla fine. È il modo migliore per godere dell’arte narrativa di questo autore scientifico, che ti porta dalla terra agli abissi più profondi del mare e ti introduce alle circa ventimila specie vegetali e animali da scoprire intorno o nel Mediterraneo.

    Se temi vederti confronto con un elenco di tutte queste specie con foto e dettagli, come pensavo io quando ho visto il titolo del libro, non allarmarti: il viaggio per cui Andrea Bonifazi ti prende per mano è molto più affascinante di un elenco. Non si tratta di un testo scolastico, ma piuttosto di un romanzo quasi poetico, e alla fine della lettura probabilmente avrai dimenticato i nomi e i dettagli di tutte queste specie, ma probabilmente avrai imparato come tutte queste forme di vita siano interconnesse per creare il mondo marino, anzi il mondo in generale.

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  • Gefährdete Fischbestände und Lebensräume

    Der Hamburger Journalist Manfred Kriener setzt sich seit vielen Jahren kritisch mit Fragen rund um den Zustand der Umwelt und unserer Ernährung auseinander, auch mit Fragen rund um den Zustand der Meere und der Fischbestände. Ich schätze ihn als schreibgewandten Fachmann in diesen Themen.

    Auch in seinem neusten Sachbuch [1] berichtet Kriener in gewohnt launiger und lesefreudiger Weise und bringt interessierten Laien die Welt der Fische und das Marktgeschehen mit ihnen näher. In kurzen Kapiteln kann man sich rasch informieren über die Erschöpfung vieler Fischbestände durch industrielle Überfischung, den Missbrauch der Meere als Müllkippen und die zunehmende Erwärmung der Meere. Kenntnisreich beschreibt Kriener die besondere Lage in der Nordsee, in der Ostsee und im Bodensee und streift die Probleme in der Aquakultur, um den Tour d’Horizon mit einigen kritischen Bemerkungen zur in Deutschland verbreiteten Freizeitanglerei zu beschliessen. Dem Buch beigefügt sind, eine schöne Idee, 21 Portraits von besonders gefragten Fischarten, vom Aal über die Regenbogenforelle bis zu Wels und Zander. 

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  • Come on, Come on

    Jesses Vater Paul ist psychisch erkrankt, seine Mutter Viv muss neben ihrer Arbeit ganz für ihren Mann da sein. Jessies Onkel Johnny, ein alleinstehender Radioreporter in New York, bietet an, für ein paar Tage nach Los Angeles zu kommen und sich um seinen Neffen zu kümmern. Doch Pauls Krankheit wird schlimmer, er muss in die Klinik, will aber, dass Viv bei ihm bleibt, bis es ihm ein bisschen besser geht. Johnny muss zurück nach New York für ein paar neue Interviews mit Kindern, die er über ihr Leben, ihre Gedanken, über die Zukunft und über die Erwachsenen befragt. Jesse will mit ihm nach New York fliegen, und Viv lenkt schliesslich ein. Aus den paar Tagen wird eine lange Zeit, lang genug, dass Johnny und Jessie sich richtig kennen und verstehen lernen, der etwas verschrobene Journalist und der umwerfend quirlige und verrückte neunjährige Junge.

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  • Eine durch und durch verwobene Welt

    Es ist nicht das erste Buch der Schweizer Biologin Florianne Koechlin über die fantastischen Fähigkeiten von Pflanzen und Tieren. Aber es ist vielleicht ihr dichtestes, das tief in die feinsten Verästelungen und Verbindungen des Lebens in allen seinen Formen reicht. «Streifzüge durch wissenschaftliches Neuland» nennt die Autorin ihr Schreiben. Da kommunizieren Pflanzen mit Artgenossen, mit Pflanzen anderer Arten, mit Tieren und Pilzen, und diese wiederum mit Pflanzen, fast wie in einer Märchenwelt oder wie in den animistischen Vorstellungswelten angeblich primitiver Gesellschaften.

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  • Sanft eindringlich für ein anderes Verhältnis mit der Natur

    Eine «ungeordnete Kulturgeschichte der Natur» nennt die österreichische Autorin und Lyrikerin Bettina Balàka ihren Essayband allzu bescheiden. Lesend fand ich mich bald gefangen von einer klaren, wenn auch sanften Ordnung des Empfindens und Denkens über das «Zähmen, Ausbeuten und Bestaunen»; eine ganz anders geartete Ordnung als jene, der die Autorin ihr vermeintlich Ungeordnetes gegenüberstellt.

    Die Fragen, die Balàka aufwirft und unaufdringlich eindringlich beantwortet, sind mir in meiner eigenen Arbeit seit Jahrzehnten täglich nah, brennen auch mir unter den Fingern und auf der Zunge. Doch wie Balàka davon schreibt, ist bemerkenswert, nicht zuletzt deswegen, weil sie sich selber nicht herausnimmt und die allmähliche Veränderung im Verhalten zu Pflanzen und Tieren in der eigenen Person vorstellt.

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  • Die Infantilisierung der Kommunikation — — —       #SchauHier!  #SchauHier!  #SchauHier!

    Die Menschen haben keine Zeit, Aufmerksamkeit ist ein knappes Gut, die Konkurrenz darum ist enorm – also sag es kurz!

    Doch weil das Schreiben von einleuchtenden Slogans und lange nachwirkenden Aphorismen eine Kunst ist, die wenige beherrschen, gerät die Verkürzung meist zur Verflachung: Der Text bleibt an der Oberfläche, bewirtschaftet einen isolierten Aufreger, leuchtet keine Zusammenhänge aus.

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  • Albert Rösti und Markus Ritter entführt!

    Eine Moritat rund um die Biodiversität mit wahrem Hintergrund [1]


    Irgendwer wird dereinst nur noch Rösti zu essen kriegen – entweder jene, die sie angerichtet haben, oder wahrscheinlicher all jene, die das zuliessen.

    1 Die Bombe platzt

    «Das Basiskollektiv biodiv hat Albert Rösti, Bundesrat, und Markus Ritter, Bauernverbandspräsident, entführt und wegen wiederholter bandenmässiger Irreführung der Schweizer Bevölkerung verurteilt. Die beiden Promotoren einer Lügenkampagne gegen den wissenschaftlich belegten Verlust der Biodiversität bleiben in Gefangenschaft, bis der Bundesrat beschliesst, die Volksabstimmung vom 22. September über die Volksinitiative «Für die Zukunft unserer Natur und Landschaft» (Biodiversitätsinitiative) auszusetzen und im kommenden Jahr mit einem erläuternden Text des Forums Biodiversität der Schweizerischen Akademie der Natur­wissenschaften neu anzusetzen. Die Kommunikation mit dem Basiskollektiv biodiv ist ausschliesslich über swissinfo.ch der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft möglich.» (mehr …)

  • Igel-News #21: Gibt’s ihn noch?

    Auf wiederholte Nachfrage: Doch, Moritz kriegt noch täglich frisches Wasser, morgens und abends. Nein, gesehen hab ich ihn seit Wochen nicht mehr. Aber ja, die Schale ist nach einem halben Tag fast leer. Und nein, die Zizzi hab ich nie dort trinken sehen, und andere Katzen sind selten herum.

    Folge #20Folge #22
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    (Ursprünglich publiziert auf Facebook als Folge #22)

  • Erinnern, vergessen, manipulieren

    Es gibt Menschen, die eher dazu neigen, bestimmte Erlebnisse vergessen zu wollen. Und es gibt jene, die alles festhalten wollen, um es nicht zu vergessen. Ich gehöre zur zweiten Gruppe, und manchmal leide ich darunter. Denn je mehr  ich festgehalten habe, desto schwerer trage ich daran.

    Das kann auch ganz physisch verstanden werden: in Form von Archivschachteln randvoll mit Briefen, Entwürfen, Notizen, ein Tausende von Seiten umfassendes Tagebuch, in fremden und eigenen Hand- und Maschinenschriften, bei jedem Umzug treppab, treppauf geschleppt und wieder chronologisch in die Regale eingeordnet. Dieses Frühjahr hatte ich mir die ersten zwanzig Jahrgänge im Versuch vorgenommen, Unwichtiges auszusortieren, also alles, was selbst mich in zehn Jahren nicht mehr interessieren würde. Wirklich viel war es nicht, was ich zum Altpapier gab. 

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  • Tierbeobachtung, künstliche «Intelligenz» und Tiernutzung

    Illustration: Irmy Algader [2]

    Hightech, Roboter, big data und künstliche «Intelligenz» werden in der Landwirtschaft zunehmend eingesetzt, um optimales Wachstum von optimierten Pflanzen sicherzustellen, von der automatisierten Saat bis zur automatisierten Ernte. Ja, auch in der biologischen Landwirtschaft. Die meisten Bio-Tomaten werden in China angebaut und weltweit exportiert, und der big-data-Konzern Amazon hat nicht von ungefähr Whole Foods aufgekauft, den grössten Biovermarkter der USA. Kritische Gedanken nach einem Dokumentarfilm.

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  • Igel-News #20: Halbpension ohne Hotel

    Nachdem Moritz sich seit Tagen nicht mehr in seiner Tannenholz-Heu-Stroh-Loge hat blicken lassen – was ein gutes Zeichen ist – hab ich das Hotel heute abgebaut.

    Nun steht nur noch die umgekehrte Wanne, unter der ich ihm morgens und abends das Buffet serviere. Da er jeweils aller sauber verputzt, bin ich nicht alarmiert darüber, dass ich ihn nicht mehr gesehen hab.

    Die Auswilderung geht gut voran. In den nächsten Tagen reduziere ich die Morgenration schrittweise bis auf Null, danach auch das Nachtmahl. Bis dahin bleiben die Warnschilder noch stehen.

    Folge #19Folge #21
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    (Ursprünglich publiziert auf Facebook als Folge #21)



    Einige Reaktionen auf Facebook:

    Anita: Wenn ich deine Berichte hier so verfolge, packt mich im Nachhinein fast ein schlechtes Gewissen. Ich habe Igel nach dem Winter einfach ohne Vorbereitungsmaßnahmen in den Garten verfrachtet. Abends bot ich ihr freilich noch etwas zu fressen an, wenn sie zur Wohnzimmertüre kam.

    Renate: Würde ihn weiter füttern , eine Nachtsichtkamera aufbauen, ist so schön, dass er zum Fressen kommt. Vielleicht demnächst mit seiner ganzen Familie, so spannend und macht doch auch Freude und Neugierig . mit Grüssen an das stachelige Tierchen.

    Billo: Renate, eben nicht! Igel sind Wildtiere und sollten sich grundsätzlich selber ernähren, abgesehen von Ausnahmen wie Winterfütterung von Magerchen wie in meinem Fall oder Zufütterung im Spätherbst für jene Igel, die zu wenig Nahrung fanden. Igel sind auf keinen Fall Heimtiere (ist übrigens gesetzlich verboten), und es ist auch aus gesundheitlichen Gründen nicht ratsam; denn Igel sind Träger von Parasiten, die beim Menschen sehr unangenehme Krankheiten auslösen können.

  • Igel-News #19: Und ward nicht mehr gesehen

    Und dann ward Moritz nicht mehr gesehen… Jedenfalls richtet er es so ein, dass er von mir nicht gesehen wird. Allerdings hab ich die Zizzi im Verdacht, dass sie schon weiss, wo er steckt, ihm aber versprechen musste, es mir nicht zu verraten. Als ich vor drei Tagen mit dem Rückbau des Freigeheges beschäftigt war, trieb sie sich herum, verschwand dann plötzlich jenseits der Hecke, und kurz danach tauchte plötzlich Moritz auf, ganz so, als hätte sie ihn aus dem hinteren Garten, einem ihrer Lieblingsplätze, zu mir geschickt oder getrieben.

    Und doch weiss ich, dass Moritz da ist. Die Mahlzeiten, die ich ihm morgens und abends hinstelle, find ich später immer aufgefressen. Nein, nicht von einer Katze! Denn ich stelle den kleinen Fressnapf unter die am Boden befestigte Plastikwanne, und zwar an die am weitesten von der igelgrossen Öffnung in der Wannenwand entfernte Stelle. Das kann nur ein Igel sein, und alles spricht dafür, dass er Moritz heisst. Nicht zuletzt der Umstand, dass er den Napf wie früher schon unter der Wanne hervorzieht und schön säuberlich davor zurücklässt, manchmal wie heute sogar auf den Kopf gestellt. Ungesichert ist dagegen, ob das etwas grössere Wassergefäss daneben ebenfalls von ihm ausgetrunken wurde; es ist auch für Katzen erreichbar, und ein grosser Trinker war er nie.

    Folge #18Folge #20
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    (Ursprünglich publiziert auf Facebook als Folge #20)



    Einige Reaktionen auf Facebook:

    Claire: Wonderful story!

    Ursula: So schön. Also ein absolutes Happyend… Du hast alles toll gemacht. Alles Gute in der Freiheit Igel Moritz.

  • Igel-News #18: Der Regenduft der grossen Freiheit

    Gewitter gestern und sehr heftiger Regen in der Nacht. Zizzi hatte sich schon am späten Nachmittag vor dem Donner in meine Bettdecke verkrochen.

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