
Ich überlege mir grad, ob ich weiterhin die pragmatische Effizienz der Schweizer Bürokratie als Beispiel loben soll, wenn ich mit den unglaublich komplizierten, ineffizienten und zeitraubenden Verwaltungsabläufen in Italien konfrontiert bin.
Die Steuerverwaltung des Kantons Zürich zumindest agiert, als befände sich ihr Sitz weit südlich der Alpen. Anlass: eine kleine Erbschaft meiner in Zürich verstorbenen Tante, die laut Testamentsvollstrecker zwingend im Kanton Zürich besteuert wird.
Da ein Erbe vor allem zwingend an meinem Wohnsitz in Italien besteuert wird und das Doppelbesteuerungsabkommen CH/IT meines Erachtens wenig Spielraum für den Schweizer Fiskus lässt, will ich Klärung vom Steueramt des Kantons Zürcher, dessen Website freilich keine Möglichkeit bietet, die Frage online zu stellen. Ganz wie hier in Italien, denk ich so.
Also schreib ich halt einen Brief nach Zürich und kriege von dort etwa 10 Tage nach Eintreffen Antwort, wie erbeten per E-Mail, allerdings nur lapidar: «Wir dürfen keine Post ins Ausland verschicken, auch nicht per E-Mail». Aha, das ist ja interessant. Das pöse Ausland, mitten in Europa. Vor was haben die Bürokraten in Zürich eigentlich Angst? Viel beunruhigender noch die Frage: Und vor was haben sie nicht Angst?
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