
Ich hatte gestern ein interessantes Gespräch mit meinem Sohn, 24, der eher in der Jungbüezer- als in der Intellektuello-Szene verkehrt. Er macht sich täglich viele Gedanken über die Welt und diskutiert im kleinen Kollegenkreis über Abstimmungsvorlagen. Warum stimmen so viele der SVP zu, vor allem. Junge?, fragt er sich etwa.
Seine Erklärung: Die politischen Fragen sind kompliziert, wenige blicken durch, also stimmen sie halt so, wie’s die SVP sagt, denn das verstehen sie irgendwie. Die Argumente der andern sind viel zu kompliziert, und man traut ihnen je weniger, desto komplizierter sie daherreden: die haben sicher was zu verstecken und machen uns ein X für ein U vor…
Warum trauen sich die «Linken und Netten» nicht, die Dinge vereinfachend, aber stimmig auf den Punkt zu bringen? Warum sagen sie nicht, dass Besitz an Lebensgrundlagen über den eigenen Bedarf hinaus ein Verbrechen an den Mitmenschen ist? Warum rechnen sie den Stimmbürger/innen nicht vor, wieviel ihnen aus der Tasche gezogen wird von Milliardären wie Christoph Blocher?
Einst hatte die Arbeiterbewegung eine klare Sprache. Haben wir diese verloren, weil wir uns nicht mehr trauen, die Menschen für Lösungen zu gewinnen, die eigentlich auf der Hand liegen?
Zuerst publiziert am 14.08.2011 auf Facebook
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