Kürzlich blieb mein Blick im Geschäft meiner Wahl an riesigen weissen Gemüsezwiebeln hängen. In Erinnerung an ein einfaches, aber köstliches Gericht, das uns eine junge Bäuerin an einem kalten Januarmittag vor vierzig Jahren auf dem toskanisch-emilianischen Apennin aus dem Ofen gezaubert hatte, konnte ich nicht widerstehen, auch wenn mir bei der noch immer sommerlichen Hitze nicht gerade nach Backofen zumute war.
Der Leuchtturm des investigativen Journalismus in Italien, die Sendung REPORT des öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehanstalt RAI, tritt mehr oder weniger Grossen in Politik und Wirtschaft empfindlich auf die Füsse. Manch einer von ihnen mag sich schon lange gewünscht haben, dass REPORT die Flügel gestutzt werden. Woher der Wind weht, hat die Nummer 2 der Republik Italien, Senatspräsident Ignazio La Russa, ein alter Neofaschist, unlängst anklagend auf den Punkt gebracht: Von den in REPORT-Folgen kritisierten Personen gehörten nur 1,3 Prozent zum Mitte-Links-Lager – eine Statistik mit Boomerang-Effekt; denn wenn sie stimmt, zeigt sie vor allem eines: Dreck am Stecken haben in Italien überwiegend Leute rechts bis weit rechts der Mitte.
Nun scheinen eben diese Leute es geschafft zu haben: Unter ihrem Druck, aktiv unterstützt von der gleichermassen ausgerichteten Regierung in Rom, macht sich die Direktion der RAI daran, den REPORT-Chef Sigfrido Ranucci von seinem Posten entfernen.
Protestmarsch gegen die Kriege in Afghanistan, Irak und überall, Minneapolis, 15.10.2011 (Foto: Fibonacci Blue / Wikimedia Commons)
Ich könnte es mir einfach machen und das Porträt eines ukrainischen Schriftstellers, der vom Pazifisten zum Soldat geworden ist, einfach unkommentiert lassen. Doch das geht nicht, es berührt mich zu sehr.
Schweizerfähnchen im Blumenkasten zum Nationalfeiertag (Foto: JoachimKohler-HB / Wikimedia Commons)
Die kleine, so nette und friedliche Schweiz ist dank eines Teils ihrer Elite vorn dabei, wenn es ums Profitieren geht. Oft mit Erfolg. Drei Radiobeiträge in der Woche vor dem Nationalfeiertag: Fliegen, Banken, Fussball – sozusagen ein Ersatzfeuerwerk für das in diesem Jahr klimabedingt verbotene Abbrennen von Raketen, Böllernund Vulkanen.