
Genau das, wofür ich schon lange plädiere: runter mit dem Energiekonsum, aber nicht als individueller Verzicht von Personen, die sich das leisten können, sondern als gemeinsame staatliche Anstrengung, zum Beispiel, um die Wege zu öffentlichen Dienstleistungen kurz zu machen.
Die kleine nordostitalienische Stadt, in der ich mit 10’000 Menschen lebe, ist zum Schulzentrum für eine ganze Region geworden, mit zig Bussen voller Schüler von überall her – das lokale Spital hingegen musste seine Dienstleistungen immer mehr abbauen, weil die regionale Gesundheitspolitik auf immer weniger grosse Spitalzentren fokussiert. Was für ein Unsinn!
Julia Steinberger, Professorin für Ökologische Ökonomie an der Universität Lausanne, hat das in der WOZ [1] auf den Punkt gebracht:
«Zugleich greife die Debatte zu kurz. Energiesicherheit bedeute mehr, als sich von fossilen Energieträgern abzuwenden. Man müsse die Nachfrage in den Griff bekommen. Entscheidend ist dabei für Steinberger, dass die Senkung des Energieverbrauchs keine Frage individuellen Verhaltens ist. „Es geht nicht darum, den Einzelnen zum Verzicht aufzufordern, sondern um kollektive Investitionen und systemische Veränderungen.“ (…) Befund, dass sich hohes Wohlbefinden und eine Reduktion des Energieverbrauchs durchaus miteinander vereinbaren lassen. So fördern etwa Investitionen in Velowege oder Gebäudeisolierungen emissionsarme Lebensweisen. Kurze Wege zu Spitälern und Schulen senken die Nachfrage nach motorisiertem Individualverkehr, während sich gleichzeitig das Wohlbefinden erhöht.»
[1] WOZ (07.05.2026): «Die grosse Illusion»
Reaktionen auf Facebook:
Thomas: Bei Schulen bin ich sofort dabei. Bei Spitälern bin ich mir nicht sicher. Regionale Gesundheitszentren auf jeden Fall. Bei Intensivstationen oder zum Beispiel Herztransplantationen braucht es eher grosse Spitäler, in denen die Routine gegeben ist.
Billo: Klar; es ist mit den Spitälern wie bei den Schulen: je spezialisierter, desto zentralisierter. Niemand fordert ein Gymnasium in jedem Dorf; aber alle möchten niederschwelligere Gesundheitsdienstleistungen möglichst lokal erreichbar, Notfallaufnahme, allgemeine Medizin, usw. Die zunehmende Konzentration auch alltäglicher medizinische Bedürfnisse auf grosse Spitäler, angeblich aus Kostengründen, ist neoliberaler Unsinn.
Thomas: Klar sehe ich auch so. Inklusive Psycho-, Ergo- und Physiotherapie. Ich bin ja auch ein grosser Fan von regional möglichst geschlossenen Energie-, Stoff- und Dienstleistungskreisläufen.
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