Es gibt Tage wie heute, an denen ich mich nicht rasiere, manchmal mit Absicht und manchmal einfach so, wie ich mir einbilde – obwohl ich es doch besser weiss: Ich fürchte vernichtende Kritik an meinem Unvermögen, die Stoppeln so akkurat zu stutzen, dass selbst die zarteste Hand keinen Widerstand spüren könnte, würde sie mich denn streicheln wollen.
So also sah das aus in meiner Blase, wie ein kleines rosafarbenes Algenbällchen. So zeigte es mir der Urologe, den ich im November für eine Zweitmeinung in Zürich konsultiert hatte, bevor ich dem Eingriff in Italien zustimmen mochte, während der Blasenspiegelung und meinte dann trocken: Es handelt sich um Krebs; aber Sie haben Glück, dass er so früh erkannt wurde.
Ich hab den geschleckten Typen und ihren Versprechungen schon immer misstraut. Heut hab ich wieder mal hautnah erlebt, wie gut mein Riecher damals war. Mehr Wettbewerb, weniger Bürokratie? Im Gegenteil!
Ursprünglich publiziert am 11.03.2021 auf Facebook
Frauen in einem abgelegenen Fischerdorf im Süden des Senegals, die sich auf die Aussicht freuten, dank der Zusammenarbeit mit fair-fish einen Zugang zum europäischen Markt und damit ein besseres Einkommen zu bekommen. Das Projekt ist leider gescheitert. (Foto: Billo Studer, 2006)
Tamara Funiciello, die Präsidentin der Schweizer Jusos, deren klare Haltung und pointierte Stellungnahmen ich schätze, schrieb kürzlich in einer Kolumne über unbezahlte Tätigkeiten von Frauen einen Satz, der mich hellhörig gemacht hat: «Die sogenannte unbezahlte Sorgearbeit (eben das Putzen, das Kindergrossziehen etc.), die heute vor allem von Frauen geleistet wird, muss rentenbildend werden.»
Ein billiger Slogan, auf den man nicht hereinfallen sollte.
Das wahre Problem besteht nicht im Alter (zu jung, zu alt), sondern in der erschreckenden Dummheit fast aller Politiker/innen, die noch immer argumentieren, als lebten wir in einer Zeit weitgehender Vollbeschäftigung – dabei tragen sie mit ihren wirtschaftshörigen Entscheiden selber aktiv dazu bei, dass die Zahl der einigermassen anständig bezahlten Arbeitsplätze immer weiter abnimmt.
Mehr Weiterbildung ändert doch nicht ein Komma an diesem Umstand – es ist einzig so, dass unter jenen, die mangels Arbeitsplätzen rausfallen, jene eher wieder in die Verlosung kommen, die mehr Papierli vorweisen können. Hört doch einfach auf, in diesem Theater brav den Chor zu spielen!
Stattdessen lasst uns dafür sorgen, dass die Gewinne durch Automatisierung oder durch Auslagerung in Billiglohnländer endlich so besteuert werden, dass der Lebensunterhalt der wegrationalisierten Menschen garantiert bleib. Wie? Unternehmer X oder Investor Y wollen das nicht bezahlen? Dann sollen sie auswandern, aber subito, und sehen, ob sie anderswo die Solidarität finden, die sie im eigenen Land nicht geben wollen.
Kommentare:
Anita: Und schon gar nicht brauchen sie schweineteure «SchreidichfreiimUrwald»-Kurse, die von den entlassenden Firmen aus lauter schlechtem Gewissen bezahlt werden.
Peter: Weiterbildung an sich ist ja nicht schlecht, allerdings Weiterbildung zur Erweiterung der persönlichen Bildung sowie der sozialen Kompetenz, aber das ist ja hier natürlich nicht gemeint… LEIDER! Dabei bedürften wir grade solcherart Weiterbildung dringendst, um die anstehenden gesellschaftlichen Konflikte und Probleme mal gemeinsam angehen zu können!
Alois: Exakt das selbe Problem will jetzt die Regierung bei uns in Österreich schaffen: Abschaffung der Notstandshilfe – diese ist deutlich höher als die Mindestsicherung. Stattdessen soll es nur mehr die Mindestsicherung/Sozialhilfe geben, ohne Erwerb weiterer Pensionszeiten, mit Zugriff auf Besitz bis zu einem einem Rest von 4.200 Euro.
Des Autors damaliger Ess-, Arbeits- und Genussort auf der Terrasse am nördlichsten Strand des Mittelmeers, festgehalten am 6. Juni 2018.
Wenn mich die grauslichen Bilder gleich zweimal anschauen, von der Packung und in natura, und ich mich frag, wieso meine Füsse und Fesseln plötzlich derart angeschwollen sind, und ich auf dem Netz recherchiere, womit das zu tun haben könnte, und schliesslich nicht um die Feststellung herumkomme, dass es jedenfalls klüger wär, sofern ich dies und jenes noch reissen und meine Enkelkinder grösser werden sehen möchte…
Ein Mädchen betet vor dem Essen, offeriert vom US-Schulmahlzeitenprogramm während der Great Depression, 1936. (Foto: Autor unbekannt / Wikimedia Commons)
Im Januar 2018 warf der Leiter des theologischen Sekretariats der reformierten Schweizer Landeskirche dem damaligen Papst «Populismus» vor. Der Anlass: Franziskus überlegte sich, ob das Vaterunser nicht umzuschreiben sei. «Und führe uns nicht in Versuchung» spiegle nicht die Haltung eines Vaters; stattdessen müsste gebetet werden: «Und lass uns nicht in Versuchung geraten».
Leser/innen, LeserInnen – genderkorrekte Sprachkrücken, über die mensch beim Schreiben und beim Lesen stolpert, die unaussprechlich sind und nach Jahrzehnten verkrampfter Anwendung an den realen Verhältnissen nichts verändert haben.
Und gelegentlich (ver)führen die Krücken gar zu lächerlichen Verirrungen wie etwa MitgliederInnen.
Der Beweis: Zürich liegt in Italien (oder umgekehrt)
Ich überlege mir grad, ob ich weiterhin die pragmatische Effizienz der Schweizer Bürokratie als Beispiel loben soll, wenn ich mit den unglaublich komplizierten, ineffizienten und zeitraubenden Verwaltungsabläufen in Italien konfrontiert bin.
Die Steuerverwaltung des Kantons Zürich zumindest agiert, als befände sich ihr Sitz weit südlich der Alpen. Anlass: eine kleine Erbschaft meiner in Zürich verstorbenen Tante, die laut Testamentsvollstrecker zwingend im Kanton Zürich besteuert wird.
Da ein Erbe vor allem zwingend an meinem Wohnsitz in Italien besteuert wird und das Doppelbesteuerungsabkommen CH/IT meines Erachtens wenig Spielraum für den Schweizer Fiskus lässt, will ich Klärung vom Steueramt des Kantons Zürcher, dessen Website freilich keine Möglichkeit bietet, die Frage online zu stellen. Ganz wie hier in Italien, denk ich so.
Also schreib ich halt einen Brief nach Zürich und kriege von dort etwa 10 Tage nach Eintreffen Antwort, wie erbeten per E-Mail, allerdings nur lapidar: «Wir dürfen keine Post ins Ausland verschicken, auch nicht per E-Mail». Aha, das ist ja interessant. Das pöse Ausland, mitten in Europa. Vor was haben die Bürokraten in Zürich eigentlich Angst? Viel beunruhigender noch die Frage: Und vor was haben sie nicht Angst?
Am schlimmsten trifft der Krieg die Kinder. Doch auf ihnen ruht die grösste Hoffnung: dass sie heil aus dem Chaos herauskommen und dass sie sich eine bessere Welt schaffen als die, in der sie aufwachsen mussten.
Schöne Worte. Wie könnten wir zum Heilen und zur Hoffnung beitragen? Was könnten wir hier konkret tun für Kinder, die in Syrien oder anderswo durch die Hölle gehen?
Bora record a Trieste a 170 km/h, 11/02/2012 (fotografo sconosciuto, preso da Facebook)
Es stürmt wie verrückt, derweil das ganze Leben draussen stattfindet. (Und nein: Dass es vor ein paar Tagen in Trieste derart gestürmt hat wie hier im Bild auf der Wall von Sandro Bordone, hab ich nicht gewusst, das hat mir Irmy erst gesagt, als ich ihr den Traum erzählte.) Alles muss man festhalten, es ist zum Wahnsinnigwerden. Und doch sind alle Menschen irgendwie aufgekratzt.
Ursprünglich publiziert auf Facebook am 08.08.2011
Es steckt ein wahrer Kern in der Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE); aber die geldbasierte Durchführung basiert auf einem Denkfehler. Denn Geld ist nicht der Grund der Dinge. Klüger, weil konsequenter wär’s, die Frage nach gerechter Subsistenz so anzugehn: Jeder Mensch hat durch Geburt und bis zu seinem Tod ein unverlierbares, aber eigentumfreies, also nicht verkäufliches und nicht vererbbares Anrecht auf einen für alle Menschen gleichen Anteil an den lebensnotwendigen Ressourcen. Jeder Mensch kann diesen Anteil selber nutzen oder vermieten oder durch Anmiete vergrössern, ganz wie er will.
Unser Hausarzt im Grazer Stadtteil Andritz ist in Pension. Seit etwa einem Jahr wird er von einem jungen, motivierten und freundlichen Arzt vertreten. Wer die Praxis betritt, spürt sofort: dieser Arzt ist beliebt, denn die Patienten blieben der Praxis auch unter neuer Leitung treu. Nach dem unerforschlichen Ratschlag der Grazer Ärztekammer soll das mit Ende Jahr Geschichte sein.
ÖBB-Holding AG Herr Mag. Christian Kern Vorstandsvorsitzender Wienerbergstraße 11 1100 Wien
04.07 2013
Sehr geehrter Herr Kern
Die Politik der ÖBB im grenzüberschreitenden Verkehr mit Italien ist für Bahnkunden mehr als merkwürdig. Es gibt zwar eine Bahnverbindung zwischen Villach und Udine, sie wird aber von den ÖBB mit fast ausschliesslichem Busverkehr untergraben. Lediglich am Vormittag und am Abend gibt es je ein Zugpaar, das in Kooperation von den ÖBB und der Bahn der Provinz Friaul gemeinsam unter dem Namen «Micotra» betrieben wird, zumindest von den ÖBB aber in einer Weise, als möchte man möglichst keine Passagiere anlocken.
Am 25. Juni erhielt ich eine Antwort, die Karl Valentin wohl genossen hätte: «Derzeit gibt es leider Probleme bei der Bereitstellung der Fahrplandaten der Italienischen Bahnen. Daher konnten wir diese Verbindung noch nicht in unseren Online Ticketshop einbinden. Wir arbeiten bereits an einer Lösung. Diese sollte bis Anfang nächster Woche umgesetzt werden. Ein Online Ticket für die Microta Verbindung zu erwerben ist nicht möglich. Grundsätzlich ist es möglich diese Verbindung an einem unserer ÖBB Schalter oder in unserem ÖBB Kundenservice zu erwerben.»
Ich bitte Sie: Was ist das für ein Service? Jede Bahnreise innerhalb Österreichs oder von oder nach Österreich kann ich online buchen, nur genau diese Strecke nicht. Haben die ÖBB Angst, dass die weniger beliebten Busverbindungen nicht mehr genutzt werden, wenn mehr und mehr Passagiere merken, dass es auch Bahnverbindungen gibt?
Bitte sorgen Sie dafür, dass die «Bahnen» im Namen Ihres Unternehmens nicht noch mehr zur Farce werden. Mit bestem Dank und Gruss Billo Heinzpeter Studer
cc: Bundesministerium für Verkehr, Wien · Assessore alle infrastrutture FVG, Trieste · Kleine Zeitung
Antwort vom 10.07.2013
Sehr geehrter Herr Studer,
vielen Dank für Ihre E-Mail vom 4. Juli an Herrn Mag. Christian Kern, die ich gerne beantworte.
Die von Ihnen angeführte Zugverbindung von Villach nach Udine kann derzeit nicht online gebucht werden. Warum der Zug REX 1883 (Regional Expreß MICOTRA), von Villach nach Udine, der um 19:29 Uhr in Villach abfährt (noch) nicht online gebucht werden kann, erklärt das Regionalmanagement Kärnten folgendermaßen: Das grenzüberschreitende Projekt MICOTRA wird von den Projektpartnern Regione autonomaFriuli Venezia Giulia, Land Kärnten, ÖBB-Personenverkehr AG und Società Ferrovie Udine Cividale getragen und schafft eine grenzüberschreitende Eisenbahnverbindung zwischen Österreich und Italien. MICOTRA wurde ursprünglich für ein Jahr, bis 8. Juni 2013, aufgestellt. Aufgrund der erfolgreichen Entwicklung und Zusammenarbeit im Sinne von «Senza Confini» haben die Projektpartner eine Verlängerung der Zusammenarbeit bis 14. Dezember 2013 beantragt.
In den MICOTRA-Zügen, die von den ÖBB und von der regionalen friulanischen Bahngesellschaft Ferrovie Udine Cividale (FUC) betrieben werden, wurden bis jetzt 60.000 Reisende und 5.000 Räder befördert. Wegen der zeitlichen Projektbegrenzung wurde der Ticketverkauf im Zug – ohne Aufpreis – vereinbart. Zusätzlich bietet die ÖBB Personenverkehr AG den MICOTRA-Ticketverkauf bei allen Verkaufsstellen mit personenbedientem Fahrkartenverkauf an.
Derzeit finden Verhandlungen über ein längerfristiges Angebot zwischen den Partnern statt. Nach einem positiven Vertragsabschluss ist dann eine Ausweitung auf den ÖBB online-Vertriebskanal geplant. In Italien wird es vorerst wahrscheinlich beim Ticketverkauf im Zug bleiben.
Anmerken möchte ich in diesem Zusammenhang auch, dass die ÖBB schon immer ein großes Interesse an einer qualitativen Bahnverbindung zwischen Villach, Udine und Venedig hatten und haben. Tatsache ist aber, dass die italienische Bahn – Trenitalia – in dieser Verbindung keinen wirtschaftlichen Nutzen sieht und bereits seit einigen Jahren jegliche Kooperation mit den ÖBB für Tagesverbindungen verweigert. Die ÖBB reagierte darauf mit dem mittlerweile sehr beliebten Angebot der ÖBB Intercitybusse, die bis zu zehn Mal täglich zwischen Venedig, Udine und Villach verkehren.
Im internationalen Bahnverkehr gibt es wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Ohne die Kooperation des jeweiligen ausländischen Partners ist ein grenzüberschreitender Bahnverkehr nicht möglich. Selbstverständlich stehen die ÖBB in Verhandlungen mit Trenitalia, damit der Bahnverkehr auf dieser Verbindung wieder aufgenommen werden kann.
Freundlichen Grüße und einen angenehmen Sommertag Für die ÖBB-Personenverkehr AG Dr. Silvia Prohinig, BA ÖBB-Kundenservice
Nachtrag 25.12.2025
Weiterhin fährt der Micotra-Zug zweimal täglich von Trieste über Udine nach Villach und zurück. Details hier. Die Gesellschaft Ferrovie Udine Cividale(FUC) betreibt auch eine Bahnlinie zwischen den beiden Städten im Firmennamen, der Bahnverkehr wird allerdings seit bald zwei Jahren durch Busse ersetzt, wegen Arbeiten, die nach urspr¨ünglicher Kommunikation ein halbes Jahr hätten dauern sollen. Das unbekannte Problem wird gegenüber der Öffentlichkeit durch Schweigen gelöst… Weitere drei Verbindungen pro Tag zwischen Udine und Villach gibt’s mit dem RailJet der ÖBB.
Ich komm um Stunden zu spät in die Schule, erklär es der Lehrerin mit einem Projekt, für das ich dringend was hab erledigen müssen, und zeig ihr zum Beweis die Weckzeit auf meinem Handy (dass ich trotz Wecker selig weiterzuschlafen pflege, bind ich ihr nicht auch noch auf die Nase).
Sie meint, ja, okay, aber was für ein Projekt denn? Da zeig ich ihr zum Beweis einen Stein, auf den Zahlen und Buchstaben gekritzelt wurden. Ja und? Das ist das Passwort!, sag ich verschwörerisch. Aha, ja dann.
Unglaublich, sie hat es geschluckt! Ich fass es nicht – und erwache…
Zuerst publiziert am 12.01.2013 auf Facebook
Reaktionen auf Facebook
Dominik: Das sollte man tiefenpsychologisch analysieren….
Liliane: Es steht jeden Tag ein Dummer auf. Man muss ihn nur finden. (ist ein Zitat, keine Ahnung von wem)
Christof: Ein bisschen könnte es ein Gruss an P. sein, der zur Zeit Steine schleift, und das steht quasi ja auch schon fazt auf dem Stein.
Irmy: Es ist furchtbar, wir sind immer und überall Schulkinder und an jeder Ecke wartet Lehrpersonal, das uns schulmeistern möchte und vor dem wir uns rechtfertigen müsssen. Die Aufgaben sind heut mehr bürokratischer Art, doch nicht minder anspruchsvoll. Nun bring endlich deine Übersetzung und Beglaubigung deiner beglaubigten Übersetzung, glaubst du, du könntest dich mit Projekten bei fair-fish davor retten? Und seien sie noch so überzeugend … raus aus der warmen Bettkiste und lös das Unlösbare!
Christof: Die Italiener wissen eben noch, wie man Theater macht.
Antonella: Sofort die Buchstaben in Zahlen umwandeln und die Zahlen am italienischen Lotto spielen…
David: 1PV3 ist für Seher wie mich kein Buch mit 7 Siegeln.
Billo: Erkläret mir, Graf Oerindur, dieses Wunder der Natur: deutet Zeichen, die doch nur sind des Zufalls eitle Spur
Irmy: Ich hätte auf RV 5 gewettet und bin einigermassen überrascht!
Billo: Ich bin jedenfalls nicht der, welcher grad eine Million bei Schweizer Zahlenlotto abgeholt hat…
Irmy: Profis holen die Millionen ja auch woanders.
Mir träumte, ein Sozialforschungsinstitut habe sich beim Verein fair-fish (den ich gegründet und damals geleitet hatte, Anm. d. Red., 25.12.2025) vorgestellt mit der Idee einer Studie über die Änderung des Konsumentenverhaltens beim Fischkauf.