Autor: Billo Heinzpeter Studer

  • Über die historische Hoffnung des Menschen jenseits genetischer Fesseln

    Hecht (Esox lucius) (Foto: Raita Futo / Wikimedia Commons)

    Der österreichische Unternehmer und politische Autor Klaus Woltron schrieb am 22. November 2013 in seinem Posting «Mich wundert, dass ich so fröhlich bin» über «die Selbsthemmung der Demokratie und die Arroganz des Westens» ein paar bedenkenswerte Dinge, freilich aus einer fast etwas griesgrämigen Perspektive der Art, dass die Dinge sich eh nur vorwärts bewegen, wenn das ein paar beherzte Unternehmer (wie er) und Staatsmänner für die Masse tun, die ihrerseits eh nichts zustande bringt.

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  • Ärztekammer gegen Patienten

    Unser Hausarzt im Grazer Stadtteil Andritz ist in Pension. Seit etwa einem Jahr wird er von einem jungen, motivierten und freundlichen Arzt vertreten. Wer die Praxis betritt, spürt sofort: dieser Arzt ist beliebt, denn die Patienten blieben der Praxis auch unter neuer Leitung treu. Nach dem unerforschlichen Ratschlag der Grazer Ärztekammer soll das mit Ende Jahr Geschichte sein.

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  • Geheymer Zunftbrauch

    Frage von Georg Birkner:

    Die «Geheyme Zunft zu Köhlern» aus Basel feiert jedes Jahr am Tag der Taufe des Herrn (dem 1. Sonntag nach Dreikönig) einen Brauch.

    Was tun die Köhler an diesem Tag?

    Hier das Ergebnis.

    Spielregeln
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  • Üble Schmutzpropaganda gegen das EU–Parlament

    Ein Artikel über das «Luxus-Leben der EU-Politiker» ging jüngst übers Internet, meist ohne grosse Reflexion einfach gelinkt und gut ist. Eben nicht. Genauer lesen wäre angezeigt gewesen. 

    Über eine beliebte, aber am Ziel vorbei schiessende Kritik an der EU

    Ein Artikel auf der EU-skeptischen Plattform «Deutsche Wirtschafts-Nachrichten» vom 26.10.2013 über das «Luxus-Leben der EU-Politiker» ging über die Walls im Facebook, meist ohne grosse Reflexion einfach gelinkt und gut ist. Eben nicht. Genauer lesen wäre angezeigt gewesen. 

    Luxus-Leben bis zum Untergang: Die sagenhaften Privilegien der EU-PolitikerDer Grund der großen Leidenschaft der Politiker für die EU ist die Möglichkeit einer neuen, lukrativen Karriere: Wer als EU-Parlamentarier oder Beamter den Sprung in den Kreis der EU-Erlauchten schafft, hat finanziell ausgesorgt. Die europäischen Steuerzahler ermöglichen den Politikern ein Leben voller Privilegien, Annehmlichkeiten – und ohne jede Kontrolle. Bericht aus dem Tollhaus. [1]

    Der Text ist ein wildes Konglomerat zwischen der Kritik an der schwachen Stellung des EU-Parlaments und – als würden sich dessen Mitglieder (MEPs) dafür rächen – an finanziell ausufernden Entschädigungen, die den MEPs angeblich ein «Paradies» bescheren,  in welchem sich einige besondere «Paradiesvögel» zudem via Geschenke von Lobbyisten noch die eine oder andere Zugabe gönnen. Fazit: Kein Wunder, haben die Bürger die Schnauze voll von Europa.

    Diese Art von Anti-EU-Stimmungsmache findet derzeit leicht Applaus, auch von Menschen, die bei ein wenig Nachdenken eher zu Buhrufen neigen würden. 

    Die Kritik setzt an der falschen EU–Institution an

    Erstens: Die Stellung des Europäischen Parlaments ist beklagenswert, keine Frage. Aber sie hat sich im Lauf der letzten Jahre stetig verbessert. Dass das EP nichts zu sagen habe, wäre eine fahrlässig falsche Behauptung. Grundlegende Politikentscheide sind heute in der EU nicht mehr möglich, wenn die drei Hauptakteure nicht übereinstimmen: EI-Kommission, EU-Parlament (EP) und EU-Ministerrat.

    Enorm viel problematischer als die Stellung des EP ist jene des Ministerrats. Erstens aus institutionellen Überlegungen: Er bildet die nicht vom Volk gewählte «zweite» parlamentarische Kammer auf EU–Ebene, die faktisch noch immer die Rolle einer ersten Kammer spielt. Deren Wirken ist aber vor allem aus europäischer Perspektive problematisch: Der Ministerrat ist DAS Vehikel des Nationalismus, zu dessen Überwindung die EU geschaffen wurde.

    Wer mehr darüber wissen möchte, lese das kleine Buch «Der europäische Landbote» von Robert Menasse. [2]

    Zweitens: Wer in der EU die Lobbying–Einfallstore schliessen will, muss nicht nur nach Brüssel schauen, sondern in die Hauptstädte der Länder: Dann wird rasch klar, dass als erstes der Ministerrat sofort abgeschafft gehört, denn in ihm werden die wahren Deals zwischen Nationalstaaten, Konzerninteressen und missbrauchter EU–Mechanik abgeschlossen – nachzuverfolgen in praktisch jedem Politfeld.

    Der Missbrauch in Brüssel ist der Missbrauch in Rom, Wien, Berlin et cetera

    Drittens: Die Fütterung der EU–Parlamentarier/innen ist fürstlich, gewiss. Das ist freilich keine Erfindung der «bösen» EU, sondern längst Usus in vielen ihrer Mitgliedsländer. Die höchsten Parlamentarier-Gagen überhaupt leistet sich Italien, wo seit Menschengedenken immer etwa die selben Masken in rasch wechselnden Zusammensetzungen das bilden, was in andern Ländern Regierung heisst. Und die weltweit höchste Parteienfinanzierung leistet sich Österreich, bei dessen schon fast chronischem rot-schwarzem Gleichgewicht der geringsten Schrecklichkeit man sich längst fragt, warum die überhaupt Parteien brauchen, wenn nicht als Tarnorganisationen für nicht so feine Transaktionen. 

    Viertens: Die ganze Kampagne gegen das EP ist ein billiges Ablenkungsmanöver von den echten Problemen der EU. Man mag die Diäten und Zulagen der MEPs ruhig bescheidener gestalten – aber entwirrt sind die grossen Knäuel damit überhaupt nicht. Dazu muss man nicht nach Brüssel demonstrieren gehen, sondern in die Hauptstadt des eigenen Landes.
    Wer zum Beipiel die Politiker/innen auf EU-Ebene kürzer halten will, beginnt damit am besten im eigenen Land, denn von dort kommt der ganze Missbrauch. Übrigens in doppelter Hinsicht: In die europäischen Institutionen wird immer noch mit Vorliebe Personal abgeschoben, das man auf nationaler Ebene aus irgendwelchen Gründen nicht einsetzen möchte. Getreu dem Motto: Es lebe die Nation, was geht uns die EU an?

    Aber wenn man die EU aus der sauberen neutralen Schweizer betrachtet?

    Ein Einwurf aus der Schweiz: « Die EU muss von Grund auf reformiert werden, wenn sie weiter bestehen soll. Ich bezweifle, dass der Wille und die Fähigkeit dazu vorhanden ist. Ist ein Auslaufmodell. Alle Euro-Turbos in der Schweiz dürfen sich dann bei den Bremsern bedanken, dass uns dies erspart geblieben ist. Die Schweiz ist ein Erfolgsmodell, auf der ganzen Linie. Mir gefällt auch vieles nicht. Aber wenn ich eine Gesamtsicht vornehme, möchte ich mit keinem andern System tauschen.»

    Mit Auslaufmodellen um sich werfen: da wär ich als Schweizer/in mal lieber vorsichtig… Auch als Nicht–EU–Turbo scheint mit das Modell Schweiz doch enorm überholungsbedürftig, und wenn ich mir so vergegenwärtige, was in den letzten Jahrzehnten im Land ablief, «bezweifle ich, dass der Wille und die Fähigkeit dazu vorhanden ist», um es mal ebenso salopp zu formulieren.

    Die Schweiz mag ein Erfolgsmodell sein, fragt sich nur, für wen und wie lange noch. Ich möchte derzeit auch nicht mit meinem Recht tauschen, als Bürger jederzeit in die Schweiz zurückkehren zu können. Aber ob das in zehn oder zwanzig Jahren noch so sein wird, halt ich für nicht gesichert. Die Schweiz zehrt in jeder Hinsicht von fetten Reserven, ohne Neues zu erschaffen. Bis heute hat sie die grossen Sprünge immer nur unter massivem Druck von aussen geschafft, und ich sehe nichts am Horizont, was verspräche, dass es diesmal anders laufen würde. Druck von aussen ist aber eine zweischneidige Geschichte, die auch mal schiefgehen könnte.


    [1] http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de 26.10.2013, «Luxus-Leben bis zum Untergang: Die sagenhaften Privilegien der EU-Politiker»

    [2] Robert Menasse: «Der europäische Landbote»; derselbe: «Die Hauptstadt», Roman

  • Über das nahende Ende der Blockherrschaften in Italien [1]

    Screenshot

    Ecco finalmente l’inizio della fine!

    Der Rechtsblock in Italien bricht auseinander. Berlusconi begräbt den Polo della Libertà und baut mit seinen «Falken» die Forza Italia wieder auf. Sein Ziehsohn Alfano, bisher Parteisekretär und seit Frühjahr Vizeministerpräsident in der Grossen Koalition, arbeitet mit seinen «Tauben» auf die Gründung eines neuen Zentrums hin. [2] Dem Linksblock besteht eine ähnliche Spaltung bevor. Nach zwanzig Jahren Lähmung dürfte Italiens Politik wieder offener werden. Wenn die Linke die Chance packt und sich für die Menschen statt für ihre eigenen Funktionäre engagiert, gibt es wieder Hoffnung für das Bel Paese.

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  • Bahnstrecke Villach-Udine nur per Bus?

    ÖBB-Holding AG
    Herr Mag. Christian Kern
    Vorstandsvorsitzender
    Wienerbergstraße 11
    1100 Wien

    04.07 2013  

    Sehr geehrter Herr Kern

    Die Politik der ÖBB im grenzüberschreitenden Verkehr mit Italien ist für Bahnkunden mehr als merkwürdig. Es gibt zwar eine Bahnverbindung zwischen Villach und Udine, sie wird aber von den ÖBB mit fast ausschliesslichem Busverkehr untergraben. Lediglich am Vormittag und am Abend gibt es je ein Zugpaar, das in Kooperation von den ÖBB und der Bahn der Provinz Friaul gemeinsam  unter dem Namen «Micotra» betrieben wird, zumindest von den ÖBB aber in einer Weise, als möchte man möglichst keine Passagiere anlocken.

    Am 20. Juni schrieb ich ans ÖBB-Kontaktcenter folgendes:
    «Der Fahrplan auf oebb.at gibt mir den Zug Villach ab 19:29 nach Udine, aber ein Ticket krieg ich online nicht. Auf der Suche stosse ich dann auf die Seite www.oebb.at/de/Reisen_in_Oesterreich/Kaernten/Angebote_u._Produkte/MICOTRA/Fahrplan_Micotra.pdf
    Dieser Zug fährt also – aber kann ich das Ticket dafür online buchen???

    Am 25. Juni erhielt ich eine Antwort, die Karl Valentin wohl genossen hätte:
    «Derzeit gibt es leider Probleme bei der Bereitstellung der Fahrplandaten der Italienischen Bahnen. Daher konnten wir diese Verbindung noch nicht in unseren Online Ticketshop einbinden. Wir arbeiten bereits an einer Lösung. Diese sollte bis Anfang nächster Woche umgesetzt werden.
    Ein Online Ticket für die Microta Verbindung zu erwerben ist nicht möglich. Grundsätzlich ist es möglich diese Verbindung an einem unserer ÖBB Schalter oder in unserem ÖBB Kundenservice zu erwerben.»

    Ich bitte Sie: Was ist das für ein Service? Jede Bahnreise innerhalb Österreichs oder von oder nach Österreich kann ich online buchen, nur genau diese Strecke nicht. Haben die ÖBB Angst, dass die weniger beliebten Busverbindungen nicht mehr genutzt werden, wenn mehr und mehr Passagiere merken, dass es auch Bahnverbindungen gibt?

    Bitte sorgen Sie dafür, dass die «Bahnen» im Namen Ihres Unternehmens nicht noch mehr zur Farce werden.
    Mit bestem Dank und Gruss
    Billo Heinzpeter Studer

    cc:
    Bundesministerium für Verkehr, Wien · Assessore alle infrastrutture FVG, Trieste · Kleine Zeitung


    Antwort vom 10.07.2013

    Sehr geehrter Herr Studer, 

    vielen Dank für Ihre E-Mail vom 4. Juli an Herrn Mag. Christian Kern, die ich gerne beantworte.

    Die von Ihnen angeführte Zugverbindung von Villach nach Udine kann derzeit nicht online gebucht werden. Warum der Zug REX 1883 (Regional Expreß MICOTRA), von Villach nach Udine, der um 19:29 Uhr in Villach abfährt (noch) nicht online gebucht werden kann, erklärt das Regionalmanagement Kärnten folgendermaßen:
    Das grenzüberschreitende Projekt MICOTRA wird von den Projektpartnern Regione autonomaFriuli Venezia Giulia, Land Kärnten, ÖBB-Personenverkehr AG und Società Ferrovie Udine Cividale getragen und schafft eine grenzüberschreitende Eisenbahnverbindung zwischen Österreich und Italien.
    MICOTRA wurde ursprünglich für ein Jahr, bis 8. Juni 2013, aufgestellt.
    Aufgrund der erfolgreichen Entwicklung und Zusammenarbeit im Sinne von «Senza Confini» haben die Projektpartner eine Verlängerung der Zusammenarbeit bis 14. Dezember 2013 beantragt.

    In den MICOTRA-Zügen, die von den ÖBB und von der regionalen friulanischen Bahngesellschaft Ferrovie Udine Cividale (FUC) betrieben werden, wurden bis jetzt 60.000 Reisende und 5.000 Räder befördert.
    Wegen der zeitlichen Projektbegrenzung wurde der Ticketverkauf im Zug – ohne Aufpreis – vereinbart. Zusätzlich bietet die ÖBB Personenverkehr AG den MICOTRA-Ticketverkauf bei allen Verkaufsstellen mit personenbedientem Fahrkartenverkauf an. 

    Derzeit finden Verhandlungen über ein längerfristiges Angebot zwischen den Partnern statt. 
    Nach einem positiven Vertragsabschluss ist dann eine Ausweitung auf den ÖBB online-Vertriebskanal geplant. 
    In Italien wird es vorerst wahrscheinlich beim Ticketverkauf im Zug bleiben.

    Anmerken möchte ich in diesem Zusammenhang auch, dass die ÖBB schon immer ein großes Interesse an einer qualitativen Bahnverbindung zwischen Villach, Udine und Venedig hatten und haben.
    Tatsache ist aber, dass die italienische Bahn – Trenitalia – in dieser Verbindung keinen wirtschaftlichen Nutzen sieht und bereits seit einigen Jahren jegliche Kooperation mit den ÖBB für Tagesverbindungen verweigert. Die ÖBB reagierte darauf mit dem mittlerweile sehr beliebten Angebot der ÖBB Intercitybusse, die bis zu zehn Mal täglich zwischen Venedig, Udine und Villach verkehren. 

    Im internationalen Bahnverkehr gibt es wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Ohne die Kooperation des jeweiligen ausländischen Partners ist ein grenzüberschreitender Bahnverkehr nicht möglich.
    Selbstverständlich stehen die ÖBB in Verhandlungen mit Trenitalia, damit der Bahnverkehr auf dieser Verbindung wieder aufgenommen werden kann.

    Freundlichen Grüße und einen angenehmen Sommertag
    Für die ÖBB-Personenverkehr AG
    Dr. Silvia Prohinig, BA
    ÖBB-Kundenservice


    Nachtrag 25.12.2025

    Weiterhin fährt der Micotra-Zug zweimal täglich von Trieste über Udine nach Villach und zurück. Details hier.
    Die Gesellschaft Ferrovie Udine Cividale (FUC) betreibt auch eine Bahnlinie zwischen den beiden Städten im Firmennamen, der Bahnverkehr wird allerdings seit bald zwei Jahren durch Busse ersetzt, wegen Arbeiten, die nach urspr¨ünglicher Kommunikation ein halbes Jahr hätten dauern sollen. Das unbekannte Problem wird gegenüber der Öffentlichkeit durch Schweigen gelöst…
    Weitere drei Verbindungen pro Tag zwischen Udine und Villach gibt’s mit dem RailJet der ÖBB.

  • Geträumtes Passwort

    Ich komm um Stunden zu spät in die Schule, erklär es der Lehrerin mit einem Projekt, für das ich dringend was hab erledigen müssen, und zeig ihr zum Beweis die Weckzeit auf meinem Handy (dass ich trotz Wecker selig weiterzuschlafen pflege, bind ich ihr nicht auch noch auf die Nase).

    Sie meint, ja, okay, aber was für ein Projekt denn? Da zeig ich ihr zum Beweis einen Stein, auf den Zahlen und Buchstaben gekritzelt wurden. Ja und? Das ist das Passwort!, sag ich verschwörerisch. Aha, ja dann.

    Unglaublich, sie hat es geschluckt! Ich fass es nicht – und erwache…


    Zuerst publiziert am 12.01.2013 auf Facebook


    Reaktionen auf Facebook

    Dominik: Das sollte man tiefenpsychologisch analysieren….

    Liliane: Es steht jeden Tag ein Dummer auf. Man muss ihn nur finden. (ist ein Zitat, keine Ahnung von wem)

    Christof: Ein bisschen könnte es ein Gruss an P. sein, der zur Zeit Steine schleift, und das steht quasi ja auch schon fazt auf dem Stein.

    Irmy: Es ist furchtbar, wir sind immer und überall Schulkinder und an jeder Ecke wartet Lehrpersonal, das uns schulmeistern möchte und vor dem wir uns rechtfertigen müsssen. Die Aufgaben sind heut mehr bürokratischer Art, doch nicht minder anspruchsvoll. Nun bring endlich deine Übersetzung und Beglaubigung deiner beglaubigten Übersetzung, glaubst du, du könntest dich mit Projekten bei fair-fish davor retten? Und seien sie noch so überzeugend … raus aus der warmen Bettkiste und lös das Unlösbare!

    Christof: Die Italiener wissen eben noch, wie man Theater macht.

    Antonella: Sofort die Buchstaben in Zahlen umwandeln und die Zahlen am italienischen Lotto spielen…

    David: 1PV3 ist für Seher wie mich kein Buch mit 7 Siegeln.

    Billo: Erkläret mir, Graf Oerindur,
    dieses Wunder der Natur:
    deutet Zeichen, die doch nur
    sind des Zufalls eitle Spur

    Irmy: Ich hätte auf RV 5 gewettet und bin einigermassen überrascht!

    Billo: Ich bin jedenfalls nicht der, welcher grad eine Million bei Schweizer Zahlenlotto abgeholt hat…

    Irmy: Profis holen die Millionen ja auch woanders.

  • 2013: la révolution, demain? / rivoluzione 2morrow

    Jedes neue Jahr, ja: jeder neue Tag birgt die Möglichkeit des Neuanfangs. Schon morgen könnten die Menschen aufstehn und sagen: Wir zahlen keine Schulden zurück, wir erlassen alle Schulden und wir teilen künftig alles untereinander, was die Erde für uns bereit hält, so dass kein Mensch mehr arm ist und keiner reicher als die andern. *
    Träumen ist möglich, nicht träumen macht alles unmöglich.

    Chaque nouvel an, même chaque nouveau jour comporte la chance d’un nouveau départ. Demain déjà les êtres humains pourraient se lever et dire: Nous ne remboursons plus des dettes, nous renonçons à toutes créances et désormais nous partageons tout ce que la terre tient prêt pour nous, ainsi que personne ne soit plus pauvre et personne ne soit plus riche que l’autre.
    Rêver c’est possible, ne pas rêver rend tout impossible.

    Each new year, even each new day holds the chance of a new beginning. Already tomorrow humans could rise and say: We don’t pay any debts no more, we erase any debts and we will share henceforth everything that earth has ready for us. Thus nobody will stay poor and nobody will be richer than the other.
    Dreaming is possible, not dreaming makes everything impossible.

    Ogni anno nuovo, persino ogni giorno nuovo comporta la prospettiva di un nuovo inizio. Già domani gli umani potrebbero levarsi e dire: Non restituiamo più debiti, sdebitiamo tutti e in seguito condividiamo tutto quello che la terra ci riserva affinché nessuno sia povero e nessuno sia più ricco que l’altro.
    Sognare è possibile, non sognare rende tutto impossibile.

    ––––––

    * Mehr dazu in meinem Blog «Über den bedingungslosen Anteil jedes Menschen an der Welt».
    Fein auf den Punkt gebracht hat es einer der für mich besten Schweizer Poeten des 21. Jahrhunderts, der bürgerlich nonkonforme Mani Matter, in einem seiner Lieder:

    dene wos guet geit
    giengs besser
    giengs dene besser
    wos weniger guet geit
    was aber nid geit
    ohni dass’s dene
    weniger guet geit
    wos guet geit

    drum geit weni
    für dass es dene
    besser geit
    wos weniger guet geit
    und drum geits o
    dene nid besser
    wos guet geit

  • Über ein ganz unerwartetes Geschenk

    Mir träumte, ein Sozialforschungsinstitut habe sich bei fair-fish (das ich gegründet und damals geleitet hatte, Anm. d. Red., 25.12.2025) vorgestellt mit der Idee einer Studie über die Änderung des Konsumentenverhaltens beim Fischkauf.

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  • Übers Tricksen und Mauern in Österreich, bis es fault [1]

    Schon ein einziger Tag Lektüre der «Kleinen Zeitung» (11.09.2012) genügt, den Dégoût vieler Menschen in Österreich zu verstehen – nicht aber deren Duldsamkeit, die Mitschuld trägt an den Verhältnissen.

    Bundeskanzler Werner Faymann, Grazer Bürgermeister Siegfried Nagel, Kürbis für sterisches Kernöl

    Feig und unerträglich

    Bundeskanzler Faymann hat – wenn wir eine strenge politologische Regel anwenden – im Grunde schon verloren: weil er dementieren muss. Er muss dem Vorwurf entgegnen, dass von staatlichen Verkehrsunternehmen bezahlte Inserate mit seinem Konterfei als damaliger Verkehrsminister kein Polit-Marketing für ihn persönlich gewesen seien. Seit Jahren klumpen sich Enthüllungen, Gerüchte, Forderungen und Repliken um diese Frage betreffend Missbrauch von Amt und Steuergeldern.

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  • Tram lässt Passagiere nachts einfach stehen

    Foto: Armin Ademovic / Wikimedia Commons

    Graz Linien
    Frau Mag. Barbara Muhr
    Vorstandsdirektorin
    Andreas-Hofer-Platz 15
    8010 Graz    

    8. Jänner 2012

    Sehr geehrte Frau Muhr!

    In folgender Situation käme wohl auch Ihnen die Galle hoch.

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  • Ein Traum von Eisenbahn…

    Video-Still aus «Zug für zwei Halunken» von Robert Aldrich, mit Lee Marvin und Ernest Borgnine (USA., 1973) 

    Ich hatte gestern nacht einen bemerkenswerten Traum. War mit Andi unterwegs, irgendwo in Italien. Wir bestiegen einen Zug, den die Leute dort für etwas vom Feinsten hielten.

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  • Wette mit ÖBB-General Kern

    Christian Kern, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) von 2010 bis 2016

    Nachdem die ÖBB die Bahnverbindung von Graz nach Westen Jahr um Jahr ausdünnen und die zweitgrösste Stadt Österreichs zunehmend an den Tropf aus Wien hängen, dürfte erwartet werden, dass wenigstens in dieser Intensivstation seriös gearbeitet werde. Leider nein; den Patienten, pardon: den Passagieren, die partout nach Graz reisen wollen, werden in Wien sportliche Höchstleistungen abverlangt, die keiner der ÖBB-Bosse je erbringen könnte. Oder Sie, Herr Kern? Die Wette gilt!

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  • Über Schuldenschnitte und deren Nettozahler [1]

    Super, jetzt also müssen sich die Banken 50 Prozent der Schulden Griechenland ans Bein streichen! Und sie müssen ihren Eigenkapitalanteil ganz schnell auf 9 Prozent aufstocken, um etwas krisenfester zu werden. Toll, endlich werden jene zur Kasse gebeten, die das ganze Schlamassel verursacht haben…

    Wirklich toll?

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  • Die verbotene Glühbirne


    Die verbotene Glühbirne
    Hitziges Tagebuch ab Oktober 2010

    Die EU hat die gute alte Glühbirne verboten. Die Konsument/innen spielen brav mit, denn es geht ja immerhin ums Energiesparen, und da haben wir alle doch ein schlechtes Gewissen…
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  • Über Burka, Beschneidung und die Durchsetzung von Frauenrechten

    Den folgenden Post hatte ich Anfang Mai 2010 auf Facebook veröffentlicht und damit eine ausführliche Debatte entfacht, die mir über den Tag hinaus wert scheint, hier festgehalten zu bleiben. (Auffallend übrigens , dass langanhaltende Debatten inzwischen selten geworden sind, jedenfalls auf Facebook; Anm. d. Red., 09.12.2025)

    Guenter hat auf seinem Facerbook-Profil eine interessante Debatte lanciert, die ich hier gern zugänglich machen möchte. Im Kern geht es darum, bis zu welcher Grenze unsere Gesellschaft tolerant sein soll gegenüber Gepflogenheiten von Menschen, die sie aus fremden Kulturen zu uns bringen – und mit welchen Mitteln wir für uns Selbstverständliches wie insbesondere die Rechte der Frauen durchsetzen. Bewirken Verbote Sinnvolles? Müssten Menschen abgewiesen werden, die sich bei der Einreise nicht auf unsere Gesetze verpflichten? Spielen wir nicht Rechtsaussen in die Hände, wenn wir weiterhin wegschauen?

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  • Irre Fahrten mit den ÖBB

    Als Schweizer ist mensch vermutlich verwöhnt. Jedenfalls beim Bahnfahren. Einmal in Österreich unterwegs, winken dafür ungeahnte Erlebnisse. Übrigens auch beim zweitenmal, und in beliebiger Wiederholung. Für die Österreicher/innen, die ihr Land nicht zum Vergnügen bereisen, ist das nicht lustig. Darum hier ein freundeidgenössisches Plädoyer: Weg mit der Spitze der ÖBB – hin zur fusionierten SÖBB!

    Geschichte dazu:

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  • Ist Fleischessen eine Frage der Moral – oder der Ethik?

    Der Artikel «Schau mir in die Augen, bevor Du mich tötest» im «Magazin» vom 11.12.2009 bringt wieder einmal beide Seiten auf die Palme, aber nicht zu mehr Erkenntnis.

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  • Irving Stone: «Vincent van Gogh» (1936)

    «Ein Leben in Leidenschaft» heisst der deutsche Nebentitel dieser Biografie – und trifft in zweifacher Hinsicht: Die Entwicklung van Goghs war von der wilden Leidenschaft zu malen gezeichnet, mehr als von allen andern Leidenschaften. Und Irving Stone, auch er ein Autodikakt, erzählt van Goghs Geschichte mit einer Leidenschaft, der ich sich als Leser nicht mehr entziehen konnte. Was Malen wirklich heisst, hab ich erst mit diesem Buch begriffen.

    rororo 11099, Taschenbuch, ISBN-3-499-11099-7

  • Wahrheit ist wie Wasser

    Ein Bild der koreanisch-deutschen Theologin Sung-Hee Lee-Linke: Wahrheit ist wie Wasser, Du kannst sie nicht in Deiner Hand behalten, sie fliesst Dir weg; denn Du besitzst sie nicht.

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