Autor: Billo Heinzpeter Studer

  • Grün kaputt

    Screenshot aus dem zitierten Film

    Vor spätestens 42 Jahren war offensichtlich, in welchem Ausmass die europäische Wirtschaftsgesellschaft die Landschaft zerstört und das «fehlende Grün» durch lächerliche Massnahmen ersetzt – der Film «Grün kaputt» [1] von Dieter Wieland führte es 1983 allen vor Augen, die sehen wollten.

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  • Bitzli chlöpfe dörf’s scho: Die Angst vor dem eigenen Mut

    Feuerwerk in Zürich (Foto: Thomas Woodtli/Wikimedia)

    Die Schweiz ist nicht nur das Land der häufigen Volksinitiativen, sondern auch der dabei verpassten Chancen. Statt dass die Initiativen Debatten auslösen, die den Kern des Problems treffen, führen sie in der veröffentlichten Meinung oft zu Auseinandersetzungen über Nebensächliches. Das liegt daran, dass Initianten es selten wagen, das Anliegen ohne vorausgenommene Kompromisse und Ausnahmen auf die Agenda zu setzen, aus Angst, eine  Mehrheit könnte es als nicht realisierbar betrachten. Die Gegner nutzen das genüsslich aus, fokussieren die Diskussion auf die «ungenügenden» Ausnahmen und lenken so vom ohnehin «unrealistischen» Anliegen ab.

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  • Rettet der «starke Mann» Italien? Europa gar?

    2019: Europa geht es schlecht: Italien ist am Arsch, Grossbritannien weiss nicht, wohin, et cetera – damalige Betrachtungen und Diskussion, ursprünglich auf Facebook.

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  • Europa ist am Arsch – aus fehlgeleiteter eigener Kraft

    Hilfe! Die von Zeus in Stiergestalt entf¨ührte Europa. Statue in Agios Nikolaos, Kreta
    (Foto: Hammerwerfer 1 / Wikimedia)

    Im Lauf jahrhundertelangen Wohlergehens auf Kosten anderer Völker ist Europa bequem geworden. Die verwöhnte Bevölkerung in den europäischen Ländern lässt sich von zunehmend korrupten politischen und wirtschaftlichen Eliten an der Nase herumführen. Heute sitzt Europa zwischen allen Stühlen und sieht sich von lauter militärischen und wirtschaftlichen Feinden umgeben. Selbst der transatlantische Überpartner hat Europa militärisch den Rücken gekehrt und einen Wirtschaftskrieg erklärt. Wie kommen wir da wieder raus? Ein paar Vorschläge.

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  • Demokratie in Krisen und Krieg

    Reduitlinien in der Schweiz während des Zweiten Weltkriges. Die blaue Zone zeigt das Rückzugsgebiet in den Alpen. (Grafik: Auge=mit/Wikimedia auf der Basis einer Karte von OpenStreetMap, 2020).

    Die vermutliche zweitälteste Demokratie – die älteste ist bei weitem nicht, wie oft behauptet, jene der doch recht jungen USA mit ihren seltsamen Strukturen, sondern die mehr als tausendjährige in Island –, also die vielgelobte «direkte» Demokratie der Schweiz zeigt in jüngster Zeit Schwächen. Die Covid-Krise wurde von einer weitgehend eigenmächtigen Landesregierung gemanaged, und in der Folge gefällt sich ein rechtsnationaler Inhaber des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation darin, vor allem per Verordnungen zu regieren. Das tun andere Regierungen in sogenannt demokratischen Ländern schon länger, ich beobachte dies vor Ort in meiner neuen Heimat Italien; für die Schweiz ist das eher neu. Glaubte ich, bis zu einer Recherche der WoZ [1] über das Verhalten von Armeespitze und Landesregierung im Zweiten Weltkrieg, die bei einem Angriff die Bevölkerung schutzlos zurückgelassen hätten. 
    Wir müssen über Demokratie reden.

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  • Muss die Linke auf social media besser werden als die Rechte?

    Faschismus #12

    Unter dem Titel «Anatomie des britischen Rechts­rucks» ging Peter Stäuber in der «Republik» vom 25.11.2025 [1] den Gründen für das Erstarken der britischen Rechtsextremen in Gross­britannien nach, die sich  «auf der Strasse, in den Medien und in der Politik neu formiert hat», und fragt: «Kann die Linke noch dagegen ankommen?» Fast könnte beim Lesen der Eindruck entstehen, die Linke müsse einfach besser werden auf Tiktok & Co als die Rechte. Nein: sie muss die treffenderen Botschaften haben.

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  • Kuschen vor Zöllen oder handeln?

    Collage mit einem Ausschnitt aus einer Foto
    von Die Weissenhofer (Wikimedia Commons)

    In den 1990er Jahren gehörte ich zu den links-grünen Kritikern der geplanten Umwandlung des Allgemeine Zoll- und Handelsabkommens (GATT, seit 1948) in die Welthandelsorganisation (WTO, ab 1995). Wir befürchteten eine Zunahme der globalen Handelsströme und des von mächtigen Staaten subventionierten Wettbewerbs um tiefe Preise bei gleichzeitiger Verwässerung staatlicher Umwelt- und Sozialnormen. Müsste ich also glücklich sein darüber, dass die USA den Welthandel durch hohe Zölle erschwert? Nein.

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  • Was darf man einer deutschen Regierung glauben?

    NATO-Kampfflieger vor dem Einsatz gegen Serbien (Screenshot aus dem im Artikel zitierten ARD-Report)

    Es gibt in deutschen Regierungen eine fatale Tradition, Kriege herbeizubegründen. «Seit 5 Uhr 45 wird jetzt zurückgeschossen!» – ein Grund lässt sich immer konstruieren. So auch 1999 für die völkerrechtswidrigen Luftangriffe der NATO auf Serbien. Und heute?

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  • Pinkeln mitten in der Nacht

    Überschwemmung in Küsnacht, 1878 (Bild: Zentralbibliothek Zürich / Wikimedia Commons)

    Ich muss in die Stadt, letzte Vorbereitungen für eine Veranstaltung, an der ich referieren werde. Mit viel Material beladen, aber gemütlich schlendere ich von zuhause in meine kleine alte Stadt; ich bin eh vor der Zeit. Als ich im Zentrum der Stadt ankomme, das mir immer fremder erscheint, einige ungewohnt hohe Häuser erinnern mich eher an meine Verirrungen jüngst in Milano [1], fällt mir ein, dass ich noch einen Würfel kaufen müsste für das Spiel, das ich am Ende eingeplant hab, um zu ermitteln, wer den Preis gewinnt. Also kleiner Umweg zum Spielzeugladen, dort die kleine Gasse hinab. Unversehens steh ich vor einer Menge Wasser, die sich unten angesammelt hat; keine Chance, da durchzukommen, alles überschwemmt. Hm, ich suche einen anderem Weg ums Zentrum herum; aber es führt keine begehbare Strasse mehr auf die andere Seite der Stadt. 

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  • EU: ein Club der Konzerne – die Beiträge bezahlen wir Kleinen

    Containerschiff einer der führenden Reedereien, der dänischen Maersk, im Hafen von Koper, Slowenien
    (Foto: Petar Milošević / Wikimedia Commons)

    Zwei jüngste Beschlüsse der EU zeigen beispielhaft, dass die realexistierende EU immer mehr zu einer Veranstaltung der Umverteilung von unten nach oben wird. Das EU Parlament hat soeben das Lieferkettengesetz gelockert, und die EU-Kommission will die Freigrenze von 150 Euro für eingeführte Waren streichen.

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  • Ja, dän gönd doch äntli is Usland – Washington eifach!

    Christopoh Blocher am St. Gallen Symposium 2006 und Magdalena Martullo Blocher, 2017
    (beide: Wikimedia Commons)

    Die politische Schäden für die Schweiz, den Blocher Vater und Tochter seit Jahrzehnten  angerichtet haben, ist unendlich viel grösser als der eventuelle Verlust an Steuereinnahmen, falls die beiden Milliardäre nach Annahme der Erbschaftssteuer-Initiative der Jusos tatsächlich auswandern würden. Das wäre im Gegenteil ein Gewinn, der dem Land nicht nur politisch, sondern auch volkswirtschaflich zugute käme. Der Auszug der beiden angeblichen Superpatrioten würde endlich allen die Augen öffnen.

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  • Wenn ein See stirbt.

    Screenshot aus «The White Meadows» von Mohammad Rasoulof

    «The White Meadows» – selten hat mich ein Film körperlich derart gefesselt [1]. Bilder von schmerzend klarem Weiss, in denen sich schwarze Figuren langsam in einem archaischen Geschehen bewegen.

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  • Das Heldenproblem

    Aus Medien aller Art schauen uns unablässig die immer gleichen führenden Personen an. Sie richten es für uns. Wirklich? Warum nehmen wir nicht selber und gemeinsam an die Hand, was uns betrifft?

    Birgitta Jónsdóttir (Screenshot aus dem erwähnten Film)
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  • Untergehende Imperien [1]

    November 29, 1863: the Assault on Fort Sanders. Civil War Lithograph by Kurz and Allison, restored by Adam Cuerden (Wikimedia Commons)

    Frage an die Historiker unter euch:
    Stimmt es, dass Imperien besonders heftig um sich schlagen, bevor sie untergehen, wie manche mit Seitenblick auf die USA behaupten.

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  • What is the US looking for in Venezuela?

    US powerplay by aircraft carriers (Picture: USS George Washington underway in the Pacific Ocean, 2009. Credit: Adam K. Thomas / Wikimedia Commons)

    The Trump administration claims it is conducting a campaign against drug trafficking from Venezuela [1]. We know that this is not a valid reason for either for the main sources of drugs sold in the United States or for deploying 10,000 troops and the largest aircraft carrier to the Caribbean.

    What is it then?

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  • Schimpansen können rational handeln – nur sie?

    Ameisen (Foto: Thomas Netsch / Wikimedia Commons)

    Was unterscheidet den Mensch vom Tier? Immer weniger, wie die Forschung zeigt. Jedenfalls, wenn es um sogenannt höhere Tiere geht, die uns irgendwie ähnlich sind. Doch wie ist das denn bei anderen Tieren?

    Eine neue Studie hat sogar herausgefunden, dass Schimpansen ihre Entscheidungen überdenken und ihr Handeln ändern können, wenn ihnen neue Informationen zur Verfügung stehen [1]. Für das Experiment wurde Nahrung in verschiedenen, aber gleich aussehenden Kisten versteckt. Zusätzlich erhielten die Versuchstiere starke oder schwache Hinweise darauf, in welcher Kiste sich Nahrung befinden könnte. Danach wurden die Hinweise noch ergänzt um die Angabe, in welcher Kiste sich noch mehr Nahrung befinden könnte. Es zeigte sich, dass die Schimpansen die Wahl der Kiste dementsprechend veränderten. [2]

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  • Katzen und Saubermänner im Friaul

    Katzen auf einem Bauernhof (Geoprofi Lars / Wikimedia)

    Die seit sieben Jahren von rechten Populisten geführte autonome Region Friuli Venezia Giulia hat für ihr fremdenfeindliches Mantra ein neues Opfer gefunden: die Katzen. Ab Juli 2026 müssen alle Katzen kastriert, gechipped und behördlich registriert sein, was einen sehr italienischen Formularkram voraussetzt. Wetten, dass die Bürokratie damit überfordert sein wird, wenn plötzlich ganz viele Bürger ihre Katze fristgerecht anmelden wollen?

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  • Mutter ist nicht mehr da

    Meine Mutter mit ihrem Erstgeborenen, 1947

    28.10.2025 
    Heute vor vier Jahren ist meine Mutter gestorben. Es kommt noch manchmal vor, dass ich spontan denke: Ich ruf sie an, das muss ich ihr jetzt gleich erzählen; doch das passiert mir viel seltener, als hätte ich mich daran gewöhnt, dass sie nicht mehr da ist, fern zwar schon, seitdem ich ausgewandert war und wir uns nur einmal monatlich sahen, wenn ich sie und Freunde in Zürich besuchte. Auch solche Reisen sind seit ihrem Tod selten geworden.
    Nein, ich kann mich nicht daran gewöhnen, dass ein Mensch nicht mehr da ist, der so wichtig war in meinem Leben. Der Tod bleibt eine Zumutung, aber nicht der eigene, gegen den Elias Canetti anschrieb. Es gäbe so viel zu erzählen, und ich weiss ja, wie sehr sie das interessiert. Ob sie es wortlos erfährt? Hoffentlich nicht alles. Wegen meiner gelegentlichen gesundheitlichen Probleme hätte sie ich wie immer furchtbare Sorgen gemacht…

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  • War die EU je für uns gedacht?

    Die europäische Vereinigung entstand, so die Legende, aus dem Wunsch der Politiker nach dem Zweiten Weltkrieg, durch wirtschaftliche Verflechtung der Länder künftige Kriege zu verhindern, sozusagen Frieden durch gegenseitige Abhängigkeit.

    Der erste Schritt auf diesem Weg war die 1951 gegründete Montanunion, die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl, zu jener Zeit zwei Grundlagen der Rüstung. [1]

    74 Jahre später rüsten sich die im EU-Ministerrat versammelten Regierungen und die von ihnen alle vier Jahre ausgeknobelte EU-Kommission für den Krieg, wahrscheinlich auch so ein Friedensprojekt…

    Der Webfehler lag von Anfang an beim Primat der Wirtschaft, die Menschen blieben ökonomische Manövriermasse. Zwei Beispiele hierfür, die weniger ins Auge stechen:

    Mit vermeintlich guten Regelungen gegen fake news im Internet hebeln die europäischen Regierungen via EU-Beschlüsse den freien Meinungsaustausch aus – ohne einklagbare Zensur, ganz einfach mit Algorithmen. Du darfst zwar im Internet schreiben, was du willst, es verschwindet einfach in die Unsichtbarkeit, wenn du was «Falsches» schreibst. [2]

    Gleichzeitig sind die europäischen Regierungen vollkommen ausserstande, die schleichende, aber systematische Vergiftung der Bevölkerung auch nur zu reduzieren, geschweige denn zu verbieten. «Ewigkeitschemikalien» (PFAS) sind für die industrielle Massenproduktion von mehr oder weniger nötigen Dingen derart probat und profitträchtig, dass kaum ein Regierender es wagt, mit mehr als schönen Worten dagegen vorzugehen. [3]

    Es geht in Europa, genau so wie in den USA, um die grossen Gewinne für ein paar wenige, koste es uns halt, was es eben koste…


    Quellen:

    [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Europäische_Gemeinschaft_für_Kohle_und_Stahl

    [2] https://www.nachdenkseiten.de/?p=140914

    [3] https://www.infosperber.ch/gesundheit/public-health/nach-tests-pfas-im-politikerblut-omnipraesent/

  • Ein neuer Pass auf Umwegen

    Die zuständige Behörde des Kantons Zürich hat auf mein umfangreich begründetes Gesuch hin fast umgehend bewilligt, dass ich fortan offiziell so heisse, wie ich mich schon lange nenne [1]. Damit sind mein Schweizer Pass und meine ID ab sofort ungültig. Also fährt das Landei aus dem hintersten Friaul sechs Stunden lang mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Schweizer Konsulat in Milano, in eine Stadt, die schon seit je viel zu gross ist für mich, so sehr, dass ich mich jedesmal in den Häuserschluchten verliere.

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